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Ab ins Wasser!

Spätestens wenn die Temperatur im Sommer in Richtung 30-Grad-Marke klettert, ist eine Abkühlung angesagt. In der Schweiz bieten unzählige Flüsse und Seen optimale Gelegenheit dazu. Damit jedes Erfrischungsbad eine Freude bleibt, sind gewisse Sicherheitsmassnahmen einzuhalten.

Wer schwimmen kann, vergisst schnell, dass es sich hierbei um eine erlernte Fähigkeit handelt, die im Wasser über Leben und Tod entscheiden kann. Insbesondere ungünstige Bedingungen stellen auch für gute Schwimmerinnen und Schwimmer eine Herausforderung dar. Gut vorbereitet, steht dem Vergnügen jedoch nichts mehr im Wege.

Einsatz für mehr Sicherheit im Wasser

Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) ist eine Mitgliedsorganisation des Schweizerischen Roten Kreuzes und Teil der International Life Saving Federation. Die Mission der SLRG ist einfach: Ertrinken verhindern! Sie tut dies, indem sie den Menschen das richtige Verhalten am, im und auf dem Wasser bewusst macht und sie dazu anleitet, Eigenverantwortung zu übernehmen und dementsprechend zu handeln. Zu diesem Zweck bringt die SLRG die wichtigsten Baderegeln in unzähligen Sprachen und für alle klar verständlich heraus und hält sie stets auf dem neuesten Stand.

Sonnenschutz auftragen –
Verbrennungen vermeiden!

Damit aber noch nicht genug: Frei nach dem Motto «Jeder Schwimmer ein Rettungsschwimmer» können alle Interessierten in den Genuss einer spannenden Ausbildung kommen und so nicht nur ihre eigene, sondern auch die Sicherheit der gesamten Bevölkerung erhöhen. Denn mit einer möglichst hohen Ausbildungsdichte können Wasserunfälle minimiert werden. Um das Rettungsschwimmen noch attraktiver zu machen, wurde der Rettungsschwimmsport ins Leben gerufen. Wer kann am schnellsten eine Puppe retten und wem gelingt es, den Hindernisparcours am geschicktesten zu durchschwimmen? An Wettkämpfen können sich die Teilnehmenden spielerisch miteinander messen, trainieren aber automatisch immer auch für den Ernstfall.

Die sechs grundlegenden Baderegeln

Werden folgende sechs einfachen Baderegeln eingehalten, können die allermeisten Gefahren ausgeschlossen und das Risiko eines Wasserunfalls minimiert werden:

Baderegel 1: Kinder nur begleitet ans Wasser lassen! – Kleine Kinder in Griffnähe beaufsichtigen.
Kleinkinder können auch bei geringer Wassertiefe innerhalb von weniger als zwanzig Sekunden ertrinken. Oft geschieht dies lautlos, ohne dass sie um Hilfe rufen. Auch Schwimmflügel oder andere Schwimmhilfen ersetzen die stete Aufsicht badender Kinder nicht.

Baderegel 2: Nie alkoholisiert oder unter Drogen ins Wasser! – Nie mit vollem oder ganz leerem Magen schwimmen.
Alkohol und Drogen trüben das Bewusstsein, wodurch Gefahren nicht mehr richtig eingeschätzt werden können. Da Alkohol die Blutgefässe erweitert, kann es schnell zu einem Kreislaufkollaps kommen. Kurz nach einer Mahlzeit benötigt die Verdauung viel Energie, das Gehirn wird weniger durchblutet. Dies kann zu Schwindel, Übelkeit und Bewusstlosigkeit führen. Bei leerem Magen drohen Unterzuckerungen.

Baderegel 3: Nie überhitzt ins Wasser springen! – Der Körper braucht Anpassungszeit.
Eine abrupte Abkühlung ist für den Körper eine enorme Stresssituation. Es kann zu Muskelkrämpfen und Kreislaufproblemen kommen. Die Blutgefässe verengen sich bei einem Temperatursturz schnell, das schränkt die Blutzirkulation ein. Dies kann zu einem Kälteschock führen.

Baderegel 4: Nicht in trübe oder unbekannte Gewässer springen! – Unbekanntes kann Gefahren bergen.
Der Sprung in zu seichtes Wasser sowie auf Felsen oder Baumstümpfe kann schwere Verletzungen mit sich ziehen, die die Schwimmfähigkeit der betroffenen Person einschränken. Durch Strömung können auch grosse Gesteinsbrocken an bisher sichere Einstiegsstellen gespült werden.

Baderegel 5: Luftmatratzen und Schwimmhilfen gehören nicht ins tiefe Wasser! – Sie bieten keine Sicherheit.
Da beispielsweise Luftmatratzen kaum steuerbar sind, können sie einen weit vom Ufer wegtreiben, sodass das Zurückschwimmen aus eigener Kraft nicht mehr möglich ist. Zudem können sie schnell Luft und Auftrieb verlieren und sind dadurch nicht zuverlässig.

Baderegel 6: Lange Strecken nie allein schwimmen! – Auch der besttrainierte Körper kann eine Schwäche erleiden.
Muskelkrämpfe oder Schwächeanfälle können immer und ohne Vorankündigung auftreten. In dieser Situation sind alle auf Hilfe angewiesen, denn im tiefen Wasser ist eine kurze Entspannungspause nicht möglich. Wer allein trainiert, sollte stets eine Boje dabei haben, auf der eine Pause möglich ist.

So helfen Rettungsschwimmende

Rettungsschwimmende sind für die Sicherheit am, im und auf dem Wasser zuständig. In Hallen- und Freibädern beaufsichtigen sie die Badenden aufmerksam, um gefährliche Situationen schnell zu erkennen und bereits vor einem eintretenden Notfall entschärfen zu können. Schliesslich ist Prävention effektiver und weitaus risikoärmer als das Retten bei akuter Lebensgefahr. Kommen Menschen dennoch einmal in kritische Situationen, sind Rettungsschwimmende durch viel Übung und eine fundierte Ausbildung optimal darauf vorbereitet und wissen, wie sie helfen und retten können.

Die SLRG bietet eine modular aufgebaute Ausbildung für jene, die sich für das Rettungsschwimmen interessieren. Dabei geht es in den grundlegenden Kursen eher um Prävention, während in weiterführenden Modulen die Rettung von Ertrinkenden im Vordergrund steht. Zudem kann die Erste Hilfe inklusive Reanimation praxisnah erlernt werden. Spezielle Kurstage behandeln die spezifischen Gefahren von natürlichen Gewässern wie Seen und Flüssen.