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Kinder: Bestens geschützt und betreut

Die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie empfiehlt für Kinder regelmässige Vorsorgeuntersuchungen. Auch wenn sich Ihr Kind rundum wohlfühlt, sollten sie nicht ausgelassen werden: Denn es ist gerade diese erste Lebensphase, die für die Gesundheit wegweisend ist.

Die Kindheit ist ein spannender und intensiver Lebensabschnitt: So viele geistige und körperliche Entwicklungsschritte, die ein Kind in den ersten Lebensjahren durchmacht! Bei all diesen Herausforderungen kann schon mal eine kleinere oder grössere Hürde in Form einer Entwicklungsstörung oder Krankheit dabei sein. Je früher eine solche entdeckt wird, umso besser kann sie behandelt werden. Deshalb empfiehl die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie fünfzehn sogenannte Vorsorgeuntersuchungen in der Kinderarztpraxis. Neben der Kontrolle der körperlichen und geistigen Entwicklung der Kleinen werden Themen rund um Gesundheit und Erziehung besprochen. So dienen die Vorsorgeuntersuchungen nicht nur der Früherkennung von Krankheiten und Entwicklungsbeeinträchtigungen bei Kindern, sondern auch der Beratung der Eltern.

Erstuntersuchungen beim Neugeborenen

Von der Geburt bis zum Alter von vier Wochen wird ein Kind als Neugeborenes bezeichnet. Bereits in diesem zarten Alter finden die ersten zwei Vorsorgeuntersuchungen statt: eine kurz nach der Geburt und eine vor Spitalaustritt. Bei Hausgeburten wird die zweite Untersuchung in der kinderärztlichen Praxis durchgeführt. In den Untersuchungen wird auf eventuell vorhandene Geburtsverletzungen oder kleinere Auffälligkeiten respektive angeborene Fehlbildungen geprüft. Die Messgrössen Kopfumfang, Körpergewicht und -grösse werden dokumentiert und dienen fortan zur Beobachtung des Wachstums. Zur Vermeidung ernsthafter Blutungen in den ersten Lebenswochen wird zudem vorsorglich Vitamin K verabreicht.

Engmaschige Kontrolle im Säuglingsalter

Im ersten Lebensjahr wächst der Mensch so schnell und lernt so viel in so kurzer Zeit wie danach nie wieder. Während diesem ersten Jahr werden deshalb sechs Vorsorgeuntersuchungen empfohlen: im Alter von 1, 2, 4, 6, 9 und 12 Monaten. Bei der ersten Untersuchung vier Wochen nach der Geburt wird üblicherweise ein Hüftultraschall durchgeführt, um eine behandlungsbedürftige Hüfterkrankung frühzeitig zu erkennen. Bei allen Vorsorgeuntersuchungen werden die Gewichtszunahme und das Wachstum kontrolliert, die Organe und Reflexe untersucht und das Verhalten, die Bewegungen und das Erreichen der sogenannten «Meilensteine der Entwicklung» wie Kopfheben, Sitzen oder Krabbeln angeschaut. Mit den Eltern werden ausserdem wichtige Themen wie beispielsweise Stillen, Ernährung, Schlafen und Fremdeln besprochen.

Drei Untersuchungen bei Kleinkindern

Inzwischen ist das Baby zum Kleinkind herangewachsen. Nach dem ersten Geburtstag werden die Abstände der regelmässigen Kontrollen etwas weitmaschiger und bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres werden Kontrollen im Alter von 18, 24 und 36 Monaten empfohlen. Bei diesen stehen nach wie vor allgemeine Untersuchungen der Körperfunktionen und das Messen von Gewicht und Grösse auf dem Programm. Immer mehr rücken Feinmotorik, Beweglichkeit und Fortbewegung, Sprache, Spiel- und Sozialverhalten in den Fokus.

Weitere Kontrollen zwischen 4 und 14 Jahren

Ab dem vierten Lebensjahr werden die Abstände zwischen den Kontrollen noch grösser. So sind noch Vorsorgeuntersuchungen im Alter von 4, 6, 10, 12 und 14 Jahren empfohlen. Immer mehr steht dabei die soziale, geistige und sprachliche Entwicklung im Vordergrund. Seh- und Hörtests werden durchgeführt, um eine allfällige Seh- oder Hörschwäche zeitnah zu entdecken. Schon bald wird die Kindergartenbereitschaft besprochen und auch die Schule wird zum Thema. Je älter das Kind wird, desto mehr wird auf Themen wie Freundschaften und Familie, das eigene Körperbild, Sexualität und Prävention von Suchtmitteln eingegangen. Mit 14 Jahren ist die letzte der Vorsorgeuntersuchungen angezeigt und Sie und Ihr Kind werden sich von der Kinderärztin oder dem Kinderarzt, die oder der Sie und Ihren Sprössling vorsorgend durch die gesamte Kindheit begleitete, verabschieden.

Nicht alle der fünfzehn von der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen werden von der obligatorischen Krankenkasse übernommen. Während die ersten acht Untersuchungen im Vorschulalter (bis und mit dem fünften Lebensjahr) von der Grundversicherung abgedeckt sind, ist für die Kostenübernahme der restlichen Untersuchungen die Zusatzversicherung zuständig.

Empfohlene Basisimpfungen

Gleichzeitig mit den Vorsorgeuntersuchungen werden in der Kinderarztpraxis die vom BAG empfohlenen Basisimpfungen besprochen und zu den gegebenen Zeitpunkten durchgeführt. Eine Impfung wird nur dann zur empfohlenen Basisimpfung, wenn der Nutzen durch verhinderte Krankheiten und deren Komplikationen die mit den Impfungen verbundenen Risiken um ein Vielfaches übertrifft. Die Impfungen schützen zudem nicht nur Ihr Kind vor den entsprechenden Infektionskrankheiten, sondern tragen auch dazu bei, dass sich diese nicht auf andere übertragen und ausbreiten.