Deutsch

Warzen: Was wächst denn da?

Für Warzen sind verschiedene Viren verantwortlich. Vor allem Kinder sind von den ansteckenden Hautwucherungen betroffen – manche immer wieder.

Bei Schuleintritt leidet jedes achte Kind an Warzen, im Alter zwischen 16 und 18 Jahren ist jeder vierte Teenager betroffen. Grund dafür ist das noch nicht ausgereifte Immunsystem, das sich mit den warzenverursachenden Viren vertraut machen und den Umgang mit ihnen erst lernen muss. Ein weiterer Grund für die hohe Anfälligkeit ist vermutlich der enge Körperkontakt, den Kinder und Jugendliche untereinander pflegen.

Viele verschiedene Warzen

Am häufigsten leiden Kinder an Warzen, die durch humane Papillomaviren verursacht werden – davon gibt es über hundert Arten. Daneben sind Dellwarzen weitverbreitet. Für Letztere ist ein Virus aus der Familie der Pockenviren verantwortlich. Dellwarzen zeigen sich als kleine hautfarbene Knötchen, die in der Mitte eine Delle aufweisen. Meist treten Warzen bei Kindern an Händen und Füssen auf, etwas seltener im Gesicht. Doch auch andere Körperstellen können davon befallen werden. Kinder mit einem geschwächten Immunsystem und Kinder, die schnell kalte Hände und Füsse bekommen oder viel schwitzen, sind häufiger betroffen. Bei Erwachsenen sind auch die hochansteckenden Feigwarzen, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, ein Thema (siehe Box). Rauchen scheint die Entstehung von Warzen zu begünstigen.

Die Übertragung

Die Ansteckung mit Warzen erfolgt durch den direkten Kontakt mit Infizierten oder mit Viren, die sich auf Gegenständen oder auf dem Boden befinden. In nasser Umgebung ist das Übertragungsrisiko besonders hoch. Aufgeweichte Haut können die Viren leichter durchdringen. Eine amerikanische Studie belegte, dass siebenundzwanzig Prozent der Kinder, die nach dem Turnen jeweils duschten, an Warzen litten, während bei den «Schmutzfinken», die aufs Duschen verzichteten, nur etwa ein Prozent betroffen war.

In der Apotheke gibt es eine breite Palette
an Behandlungsoptionen,
die Warzen den Garaus machen.

Meist dauert es sechs Wochen, manchmal aber auch Monate, bis sich die Haut an der Stelle, wo das Virus eingedrungen ist, verdickt und eine Warze bildet. Bei Dellwarzen kann die Entwicklung schneller verlaufen. Manche Kinder werden angesteckt – tragen das Virus also in sich –, ohne dass sich eine Warze entwickelt.

Die Behandlungsoptionen

Rund zwei Drittel aller Warzen heilen innerhalb von drei Jahren spontan ab. Eine Behandlung ist vor allem dann empfehlenswert, wenn die Warzen stören oder schmerzhaft sind, gehäuft im Gesicht, insbesondere in der Nähe der Augen, oder an den Fingern und in der Nähe der Nägel auftreten. Bei Kindern mit einer Immunstörung ist eine frühe Behandlung wichtig.

Heute gibt es in der Apotheke eine breite Palette an Behandlungsmöglichkeiten, die Warzen den Garaus machen. Allerdings braucht die Therapie etwas Zeit. Salizylsäure, die in manchen Fällen auch mit Milchsäure kombiniert wird, steht als Lösung oder in Form von Warzenpflastern zur Verfügung. Sie löst das Keratin auf und kann in die Hornhaut dringen. Gegenüber Placebo erhöht diese Anwendung die Abheilungsrate um fünfzig Prozent. Ebenfalls als wirksam erwiesen hat sich Chloressigsäure, die als Lösung zum wiederholten Auftragen in der Apotheke erhältlich ist. Während der Therapie lässt sich zwischendurch immer wieder die oberste Schicht der Warze abtragen.

Warzen an unempfindlichen Körperstellen wie Händen oder Füssen können auch gut durch Vereisung zerstört werden. In der Apotheke ist ein Applikator erhältlich, der mit flüssigem Stickstoff durchtränkt wird und auf die Warze gehalten wird. Nach etwa zwei Wochen lässt sich die Warze ablösen. Im Vergleich zu Placebo verbessert diese sogenannte Kryotherapie die Abheilung der Warze um vierzig bis fünfundvierzig Prozent. Durch die zweimalige Anwendung wird die Erfolgsrate erhöht.

Hartnäckige Warzen oder Warzen im Gesicht oder an anderen empfindlichen Stellen sollten ärztlich begutachtet und behandelt werden. Hier stehen verschiedene Methoden wie zum Beispiel eine Laserbehandlung oder eine Kürettage zur Verfügung.

Feigwarzen

Feigwarzen sind gutartige Hautveränderungen, die durch spezielle Typen von humanen Papillomaviren (HPV) verursacht werden. Sie befallen vor allem die weiblichen und männlichen Geschlechtsteile, aber auch den Gebärmutterhals, die Harnröhre und den After. Feigwarzen, die man auch Genitalwarzen oder Kondylome nennt, sind sehr ansteckend und werden vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen. Sie können unterschiedlich aussehen. Manche sind flach, andere gestielt, wiederum andere blumenkohlartig. Ihre Farbe variiert von weisslich, rötlich oder grau bis bräunlich. Rund ein bis zwei Prozent aller sexuell aktiven Männer und Frauen leiden daran, wissen aber häufig nichts davon, weil diese Art von Warzen kaum Beschwerden hervorruft. Ein besonders hohes Ansteckungsrisiko besteht in der Altersgruppe zwischen 15 und 30 Jahren. Einen gewissen Schutz bieten eine HPV-Impfung und die Benutzung eines Kondoms beim Geschlechtsverkehr. Dem Arzt oder der Ärztin stehen zur Behandlung von Feigwarzen je nach Ort und Ausbreitung verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung. Manchmal müssen sie operativ entfernt werden.