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Gut vorbereitet: Was gehört in die Reiseapotheke?

Endlich Ferien – jetzt bloss nicht krank werden! Mit einer optimalen Reiseapotheke können viele Unannehmlichkeiten rasch behandelt werden. Gehen Sie so gut vorbereitet auf Reisen– damit Sie Ihren Aufenthalt in vollen Zügen geniessen können.

Ob «dolce far niente» oder Abenteuer: Eine Auszeit tut Körper und Seele gut. Doch aufgepasst: Abseits der Gewohnheit gerät unser Körper nur allzu leicht aus seinem Rhythmus. Eine Erkältung beim Tauchen, Blasen beim Wandern, Reisekrankheit bei der Kreuzfahrt – diese Beschwerden können einem ganz schön einen Strich durch die Rechnung machen. Eine Reiseapotheke macht vor allem Sinn, wenn sie auf Ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist. Es lohnt sich also, sich vor der Abreise etwas Zeit für eine individuelle Reiseberatung zu nehmen.

Sonne, Sommer, Sonnenschein

Ob am Strand oder in den Bergen: Zu viel Sonne kann die Haut schädigen und den Kreislauf herausfordern. Die Palette an Sonnenschutzprodukten ist mittlerweile gross und richtet sich nach jedem Bedürfnis. Trotzdem sollten Sie auch zur Behandlung eines Sonnenbrands ausgerüstet sein. Mit einem kühlenden Schaumspray, einer lokal betäubenden Lotion, die beispielsweise den Wirkstoff Lidocain enthält, oder einer leichten Kortisoncreme lassen sich gerötete, schmerzende und juckende Hautstellen lindern.
Bei Hitze können Kreislaufprobleme auftreten. Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen und plötzliche Schweissausbrüche sind mögliche Symptome. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist nun besonders wichtig. Elektrolytlösungen helfen dabei, den durchs Schwitzen reduzierten Salzhaushalt wieder auszugleichen. Ein Traubenzucker mit aktivierenden Zusätzen gefällig? Dieser stärkt und bringt wieder Schwung in den Kreislauf.

Insektenstiche und Allergien

Mücken sind und bleiben lästige Biester. Sie stören beim Einschlafen wie beim romantischen Abendspaziergang in der Dämmerung. Weil ihre Stiche aber nicht nur unangenehm jucken, sondern in fernen Ländern auch gefährliche Krankheiten übertragen können, ist Vorsicht besser als Nachsicht. Mückensprays z. B. mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin bieten einen guten Schutz vor den Plagegeistern. Aus Wirkstoff- und Qualitätsgründen sollen Mückensprays möglichst in der Schweiz und nicht erst am Ferienort gekauft werden.
Insektenstiche werden am besten mit antiallergischen und lokal betäubenden Wirkstoffen in Form von Sprays, Gelen oder Rollstiften behandelt. Rüsten Sie sich zudem mit einem Antihistaminikum zum Einnehmen aus, das bei starkem Juckreiz, Schwellung und Rötung zum Einsatz kommt. Welches Arzneimittel dabei für Sie geeignet ist, klärt man in der Apotheke gerne mit Ihnen zusammen ab.

Verdauungsbeschwerden

Ob Schlemmerbuffet im Sternehotel, ungewohnte Gewürze in fernen Kulturen oder andere Hygienestandards: Auf Ungewohntes reagiert unser Magen-Darm-Trakt oft sensibel. Hier lohnt der Aufbau der Darmflora mit gezielten Bakterienpräparaten schon vor der Abreise. Medikamente zum Stoppen von Durchfall sowie eine Elektrolytlösung zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlust machen auf Reisen ebenfalls Sinn. Auch eine Verstopfung kann unangenehm sein. Mit einem auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Abführmittel bringen Sie wieder Schwung in Ihre Verdauung und erleichtern auch in ungewohnter Umgebung den Gang zum stillen Örtchen. Wappnen Sie sich zudem gegen Übelkeit und Erbrechen. Gerade die Reiseübelkeit ist ein bekanntes Problem und ist mit geeigneten Präparaten in Tabletten- oder Kaugummiform gut in den Griff zu bekommen.

Blasenentzündung

Sollten Sie eine Tendenz für Blasenentzündungen haben, lohnt sich eine vorbeugende Einnahme von Mannose oder Cranberry-Saft. Denn in den Ferien kann die Immunabwehr geschwächt und die Blase anfällig sein.

Erkältet im Sommer

Die Luft im Flugzeug und die an vielen Orten eingesetzten Klimaanlagen trocknen die Schleimhäute der Atemwege aus. Ist das Immunsystem bereits geschwächt, ist man auch mitten im Sommer nicht vor Erkältungen gefeit. Befeuchten Sie die Schleimhäute vorbeugend mit Lutschtabletten und einem Salzwasserspray für die Nase. Ein abschwellendes Nasenspray macht die verstopfte Nase schnell wieder frei. Hustentabletten oder -tropfen sorgen dafür, dass Sie tagsüber weniger Hustenanfälle plagen und sie auch nachts zu Ihrem wohlverdienten Schlaf kommen. Wenn Ihre Augen bei feuchtigkeitsarmer Luft und starker Sonneneinstrahlung zu Trockenheitsgefühl oder Entzündungen neigen, sind befeuchtende Augentropfen mit reizlindernden Zusätzen hilfreich. Vor allem die konservierungsfreien Monodosen sind gut für unterwegs geeignet.

Schmerzen und Verletzungen

Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel und Pflaster gehören zur Grundausstattung jeder Reiseapotheke. Verstauchte Knöchel und Prellungen werden am besten mit einem entzündungshemmenden und abschwellenden Gel bzw. Pflaster und einer Kühlbandage behandelt. Medikamente mit Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac können einen schmerzenden Rücken oder einen brummenden Schädel wieder einsatzfähig machen.

Gestörter Schlaf

Unbekannte Geräusche, ungewohnte Umgebung und Zeitverschiebung können einem trotz Auszeit den Schlaf rauben. Ergänzen Sie Ihre Reiseapotheke mit lärmdämmenden Ohrstöpselnopax, einer Schlafmaske, pflanzlichen Beruhigungsmitteln wie Baldriantropfen oder einem rezeptfreien Schlafmittel z. B. mit dem Wirkstoff Diphenhydramin. So sind Sie letztlich mit Ihrer Reiseapotheke nicht nur gegen Mücken, Magen-Darm-Beschwerden und Verletzungen gewappnet, sondern können auch Ihre Feriennächte entspannt geniessen.

So beugen Sie Verdauungsbeschwerden geschickt vor

  • Schlemmen Sie in den Ferien, aber richtig: Vermeiden Sie allzu fettige Mahlzeiten vor dem Zubettgehen, greifen Sie hin und wieder zu einer Frucht und trinken Sie ausreichend Wasser. Das hält nicht nur Ihren Flüssigkeitshaushalt in Balance, sondern auch Ihre Verdauung in Schwung!
  • Desinfizieren Sie sich regelmässig die Hände. So verhindern Sie, dass schädliche Bakterien von Ihren Fingern in den Magen-Darm-Trakt gelangen. Händedesinfektionsmittel sind in praktischen Reisegrössen in der Apotheke erhältlich.
  • Unterstützen Sie Ihre Darmflora mit der Einnahme von sogenannten Probiotika. Das sind nützliche Darmbakterien und Hefestämme. Diese schützen den Darm vor unerwünschter Keimbesiedelung und können bei Durchfall helfen, Ihren Darm wieder aufzuforsten.
  • Cook it, peel it, boil it or forget it! Gemüse und Obst sollten nur gekocht, geschält, gebraten oder gar nicht gegessen werden. So vermeiden Sie eine Infektion des Magen-Darm-Trakts mit krank machenden Keimen.

Dieser Artikel erschien in einer Ausgabe der astreaAPOTHEKE und wurde für die Website angepasst. Die vollständige Ausgabe der astreaAPOTHEKE ist jeweils in der Apotheke erhältlich und erscheint zehnmal im Jahr.