Ausgebrannte Mütter
Längst ist Burn-out keine Manager-Krankheit mehr
TEXT: SUSANNA STEIMER MILLER
Längst ist Burn-out keine Manager-Krankheit mehr. Schätzungen gehen davon aus, dass jede fünfte Mutter Burn-out-gefährdet ist.
Die Tatsache, dass immer mehr Mütter heute an einem Burn-out leiden, hängt eng mit ihrer Rolle als zentrale Bezugsperson und Organisatorin des Familienalltags zusammen. Ähnlich wie Managerinnen tragen sie dauerhaft Verantwortung, sind jederzeit für ihre Kinder erreichbar und stellen deren Bedürfnisse oft über ihre eigenen. Gleichzeitig erhalten sie wenig Anerkennung für ihre tägliche Arbeit. Diese dauerhafte Belastung der mentalen Gesundheit kann zu Erschöpfung führen, besonders wenn unvorhersehbare Ereignisse wie Krankheiten den Alltag zusätzlich erschweren und das Gefühl entsteht, die Kontrolle zu verlieren.
Zu wenig Entspannung bei Doppelbelastung
Die Lebensbedingungen von Familien haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Viele Familien leben heute als Kleinfamilien ohne die unmittelbare Unterstützung von Grosseltern oder Verwandten. Gleichzeitig haben Frauen mehr berufliche Möglichkeiten, was zwar positiv ist, aber auch zu einer Doppelbelastung und erhöhtem Druck führen kann. Pendelzeiten, steigende Arbeitsanforderungen und die ständige Erreichbarkeit durch moderne Kommunikationsmittel erschweren es zusätzlich, ausreichend Zeit für Erholung zu finden.
Die gesellschaftlichen Erwartungen sind ebenfalls gestiegen. Kinder werden früh beurteilt und gefördert und ein breites Angebot an Freizeitaktivitäten kann zusätzlichen Druck erzeugen. Selbst scheinbar einfache Anlässe wie Kindergeburtstage werden für manche Mütter zu organisatorischen Herausforderungen, weil sie den Anspruch haben, alles besonders gut zu machen.
Mehr Selbstfürsorge für Mütter
Das soziale Umfeld spielt eine wichtige Rolle. Unterstützung durch Familie und Freunde kann entlastend wirken und das Risiko eines Burn-outs verringern, während fehlende Unterstützung oder Kritik zusätzlichen Stress verursacht. Besonders gefährdet sind alleinerziehende Mütter sowie Frauen mit hohen Ansprüchen an sich selbst und einem Hang zum Perfektionismus. Wer ständig versucht, allen Erwartungen gerecht zu werden und dabei die eigenen Bedürfnisse vernachlässigt, erreicht schneller die eigenen Grenzen.
Burn-out tangiert Familienleben
Ein Burn-out entwickelt sich meist schleichend. Anfangs stehen Überforderung und das Gefühl, nicht zu genügen, im Vordergrund. Viele Betroffene reagieren darauf, indem sie noch mehr leisten und ihre eigenen Bedürfnisse weiter zurückstellen. Dadurch fehlt jedoch die notwendige Erholung und die Erschöpfung nimmt zu. Häufig treten auch körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Verspannungen auf. Langfristig kann sich ein Burn-out negativ auf das Familienleben und die Partnerschaft auswirken.
Magnesium entspannt
Gestresste Mütter profitieren von der Einnahme von Magnesium, weil es die Reizübertragung zwischen Nerven reguliert. Es verringert innere Unruhe, Nervosität und Reizbarkeit. Zudem wirkt es entspannend auf die Muskulatur, die bei Dauerstress oft verspannt ist. Da der Magnesium-Bedarf bei Stress steigt, kann die Einnahme dieses Mineralstoffs dazu beitragen, dass Mütter besser mit körperlicher und emotionaler Belastung umgehen können. Die entspannende Wirkung fördert auch das Einschlafen, was erschöpften Müttern trotz grosser Müdigkeit oft nicht leichtfällt.
Stressabau durch mehr Achtsamkeit
Burn-out ist kein unausweichliches Schicksal. Wichtig ist, frühzeitig gegenzusteuern und sich regelmässig Zeit für Erholung und persönliche Bedürfnisse zu nehmen. Entlastung im Alltag, soziale Unterstützung sowie Bewegung und Entspannung können helfen, Stress abzubauen und die psychische Widerstandskraft zu stärken. Ebenso ist es wichtig, unrealistische Erwartungen loszulassen und nicht nach Perfektion zu streben. Wenn bereits Anzeichen eines Burn-outs bestehen, sollten Betroffene möglichst früh professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, da eine frühzeitige Unterstützung die Erholung erleichtert und das Risiko weiterer psychischer Erkrankungen verringert.
Hilfe aus Ihrer Apotheke
Bei Stress, Erschöpfung und innerer Unruhe kann die Apotheke gezielt unterstützen:
– Pflanzliche Präparate mit Baldrian, Passionsblume oder Lavendel helfen, zur Ruhe zu kommen und besser zu schlafen.
– Magnesium kann bei Nervosität und Muskelverspannungen entlasten.
– Auch Teemischungen oder sanfte Entspannungspräparate können unterstützen.
Ihr Apothekenteam berät Sie individuell zu passenden Produkten und Möglichkeiten zur Stressreduktion.
Tipps zur Prävention von Burn-out
– Reduzieren Sie Ihren Stress, indem Sie Aufgaben im Haushalt und beim Kochen stärker innerhalb der Familie aufteilen.
– Machen Sie sich bewusst, dass jeder Mensch persönliche Belastungsgrenzen hat, und akzeptieren Sie diese.
– Sprechen Sie am Arbeitsplatz offen über mögliche Entlastungen oder Anpassungen.
– Achten Sie darauf, Ihre eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und nicht dauerhaft zurückzustellen.
– Schaffen Sie bewusst Zeit für Ruhe und Erholung, zum Beispiel durch Bewegungsarten wie Yoga, Entspannungsmethoden wie autogenes Training oder Achtsamkeitsübungen sowie durch Hobbys und soziale Kontakte. Diese Aktivitäten helfen, Stress abzubauen und neue Energie zu gewinnen.
– Versuchen Sie, überhöhte Ansprüche an sich selbst zu reduzieren und Perfektionismus loszulassen.
– Suchen Sie bei ersten Anzeichen von Überlastung frühzeitig Unterstützung, um rechtzeitig gegenzusteuern.
Foto: ©JenkoAtaman_AdobeStock

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