Warum plagen mich Insekten?

Kinderfrage

TEXT: JÜRG LENDENMANN

Wenn Insekten dich stechen, dann entweder, um etwas von dir zu bekommen oder dich zu vertreiben.

Wenn dich eine Mücke sticht, dann war es mit Sicherheit ein Weibchen, das seinen spitzen Rüssel durch deine Haut gebohrt hat. Denn sie benötigen das Blut anderer Lebewesen, um ihre Eier entwickeln zu können. Mit dem Rüssel gibt das Insekt Substanzen in die Hautstelle ab, die diese betäuben und zudem verhindern, dass das Blut gerinnt und die Einstichstelle verstopft. Kaum hat die Mücke ihre Blutmahlzeit beendet, beginnt die Stelle – je nach Mückenart – zu jucken, zu röten und zu schwellen.

Mücken werden durch Schweissgeruch, ausgeatmetes Kohlendioxid (CO₂) und hohe Hauttemperaturen angelockt. Ausserdem scheinen Stechmücken Menschen mit der Blutgruppe 0 besonders zu mögen.

Nach einem Stich sollte die Einstichstelle gereinigt (mit Seife waschen) und gekühlt werden. Salben und Gels aus der Apotheke lindern den Juckreiz und wirken abschwellend.

Vorsicht Krankheitserreger

Besonders in tropischen Ländern können mit einem Stich Krankheitserreger (wie die von Malaria und Gelbfieber) ins Blut gelangen. Es ist daher wichtig, Stiche möglichst zu verhindern. Dazu helfen sogenannte Repellents wie insektenabwehrende Sprays und Mückenspiralen, helle Kleidung, Moskitonetze, das Vermeiden von Mückenbrutstätten (zum Beispiel Sümpfen) und mehr.

In ländlichen Gegenden sind Bremsen häufig anzutreffen. Auch deren Weibchen gehören zu den Blutsaugern. Ihr Stich ist schmerzhaft und sie können Krankheitserreger übertragen.

Flügellose Blutsauger

Insekten haben sechs Beine. Manche haben vier Flügel (Bienen, Wespen), manche zwei (Mücken, Fliegen, Bremsen) und manche haben keine. Zu den flügellosen Insekten zählen beispielsweise Läuse und Wanzen. Einige Arten wie Bettwanzen oder Kopfläuse ernähren sich von menschlichem Blut und können dabei Krankheitserreger übertragen. Für die Bekämpfung der Blutsauger sind in der Apotheke wirksame Mittel erhältlich.

Auch die Arbeiterinnen, Wächterinnen und Soldatinnen der Ameisen sind flügellos. Je nach Art verteidigen sie sich mit Bissen, Stacheln und Giften wie Ameisensäure, die aus einer Giftdrüse ausgeschieden werden.

Stiche und Bisse als Verteidigung

Andere Insekten wie Bienen, Wespen und Hornissen, die einen Stachel besitzen, verteidigen sich mit Giften – vor allem, wenn sie sich bedroht fühlen. Wenn eine Honigbiene sticht, bleibt der mit einem Widerhaken versehene Stachel mitsamt der Giftdrüse in der Haut stecken. Beide müssen sorgsam entfernt werden. Die Stiche von Bienen, Wespen und Hornissen sind äusserst schmerzhaft und verursachen erhebliche Schwellungen an der Einstichstelle. Bei Stichen im Mundbereich sollte ein Arzt/eine Ärztin aufgesucht werden. Für Personen, die allergisch auf Bienen- oder Wespengift reagieren, kann ein Stich lebensbedrohlich sein. Sie müssen nach einem Stich sofort ein Allergiker-Notfallset anwenden.

Achtbeinige Blutsauger

Zecken können mit ihrem Stich (nicht Biss) ebenfalls Krankheiten übertragen. Sie haben acht Beine und gehören nicht zu den Insekten, sondern zu den Spinnentieren.

Newsletter

Jetzt anmelden!