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Besenreiser, Krampfadern & Co.: Venenleiden im Griff

Schätzungsweise ist jeder dritte Schweizer von Besenreisern, Krampfadern oder Hämorrhoidalleiden betroffen. Vorbeugen sowie behandeln bringt viel und ist zum Glück gar nicht so schwer!

Es gibt vor allem zwei Orte, an denen sich Venenbeschwerden bemerkbar machen können. Einerseits in den Beinen, wenn die Venenklappen und Gefässwände geschädigt sind und dadurch das Blut nicht mehr richtig zum Herzen befördert werden kann. Ödeme, Krampfadern und schlimmstenfalls Thrombosen, also ein Verschluss der Venen durch ein Blutgerinnsel, sind die Folgen. Andererseits befindet sich direkt oberhalb des Schliessmuskels am Darmausgang ein Geflecht aus Venen und Arterien. Dieses bildet einen Schwellkörper, die sogenannten Hämorrhoiden, welche zusammen mit dem Schliessmuskel den Darmausgang abdichten. Erweitern sich diese Gefässe, können Hämorrhoidalleiden entstehen.

Venenschwäche in den Beinen

Wenn die Venen das Blut nicht mehr ordnungsgemäss zum Herzen zurückführen können, staut es sich in den Gefässen. Der Druck, der dadurch entsteht, kann die Venen dauerhaft schädigen und ausweiten. In der Folge schwellen die Beine an, werden schwer und können schmerzen. Kleine, oberflächliche Venen zeichnen sich rot-bläulich und spinnennetzartig meist auf den Oberschenkeln ab. Dieses Phänomen bezeichnet man als Besenreiser. Sie sind vor allem ein kosmetisches Problem, können aber auch Vorboten von Krampfadern sein. Krampfadern sind grössere Venen, die deutlich und oft schlangenlinienartig an Unterschenkel, Wade und Kniekehle hervortreten. Mit der Zeit können Hautveränderungen mit schuppigen und juckenden Hautbereichen entstehen, vor allem in der Knöchelgegend. Eine chronische Venenschwäche kann zu Thrombosen oder schlecht heilenden Wunden führen.

Gründe für eine Venenschwäche

Venenleiden entstehen meist schleichend. Oft müssen mehrere Auslöser aufeinandertreffen, bis es zu einer Venenschwäche kommen kann. Manche Risikofaktoren sind nicht beeinflussbar. Dazu gehören das zunehmende Alter, bestehende oder zurückliegende Schwangerschaften oder eine familiäre Veranlagung. Andere Faktoren kann man hingegen selber beeinflussen. Dies sind beispielsweise Übergewicht, Bewegungsmangel oder Rauchen.

Behandlung von Venenleiden

Je nach Schweregrad der Erkrankung können unterschiedliche Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen. Stützstrümpfe sind oft das Mittel der Wahl, denn sie unterstützen die Funktion der Venen. Wichtig ist, dass Stützstrümpfe von Fachpersonen, z. B. in der Apotheke, gut angepasst und danach regelmässig getragen werden. Pflanzliche Extrakte z. B. aus rotem Weinlaub, Rosskastanie oder Hamamelis können die Venen stärken und die Beschwerden lindern. Dies gelingt vor allem auch mit Präparaten, die sogenannte gefässstabilisierende Bioflavonoide wie Diosmin enthalten. In schwereren Fällen werden die Krampfadern eventuell chirurgisch entfernt oder verödet.

Tabuthema Hämorrhoiden

Warum Hämorrhoidalleiden entstehen, ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Sicher ist, dass es einen Zusammenhang zwischen zu langem und starkem Pressen bei zu hartem Stuhlgang gibt. Dadurch kommt es zu einem starken Druck auf die Hämorrhoiden, die aus dünnwandigen und leicht verletzlichen Gefässen bestehen. Es bildet sich ein Blutrückstau, der bewirkt, dass sich die Gefässe knotenförmig vorwölben und dadurch anfällig auf Verletzungen werden und zu bluten, jucken und schmerzen beginnen. Leider ist dieses häufige und oft altersunabhängig auftretende Problem immer noch ein Tabuthema, denn viele Menschen suchen aus Scham keinen Arzt auf. Dabei sind die Beschwerden besser heilbar, je früher man gegensteuert. Der Arzt kann zudem ausschliessen, dass es sich bei den Symptomen nicht um ernstere Erkrankungen handelt.

Vorbeugung und Behandlung von Hämorrhoidalleiden

Eine der effizientesten Möglichkeiten, Hämorrhoidalleiden vorzubeugen, ist ein weicher und voluminöser Stuhl, der kein Pressen erfordert. Deshalb sollte die Ernährung möglichst viele Ballaststoffe in Form von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten enthalten. Genügend Flüssigkeitszufuhr, viel Bewegung und ein vernünftiges Körpergewicht tragen ebenfalls ihren Teil zur Vermeidung von Hämorrhoidalleiden bei. Zur Behandlung stehen, je nach Schweregrad der Beschwerden, verschiedene Möglichkeiten zur Wahl. Hierzu zählen Zäpfchen und Salben mit kühlenden und juckreizstillenden Eigenschaften oder mit Substanzen, die antientzündlich, desinfizierend oder blutstillend wirken. Auch die äusserliche Anwendung von Lokalanästhetika oder Kortison kann sinnvoll sein. Die geschwächten Venen lassen sich zudem von innen stärken. Dies gelingt z. B. mit einer kurmässigen Einnahme von Pflanzenpräparaten, die wiederum Bioflavonoide enthalten. Alternativ gibt es operative Verfahren, die in hartnäckigeren Fällen Heilung versprechen.

Vorbeugen hilft

Für Menschen, die eine erbliche Veranlagung haben oder die bereits Zeichen einer Venenerkrankung zeigen, lohnt sich Vorbeugen ganz besonders:

  • Kontrollieren Sie Ihr Gewicht und steuern Sie bei einer Zunahme rechtzeitig dagegen.
  • Tragen Sie bequeme Kleidung, die im Sitzen nicht einschnürt, und verzichten Sie auf hohe Absätze.
  • Die Faustregel lautet: Lieber laufen und liegen statt stehen und sitzen. Wenn Sie sitzen und liegen, lagern Sie Ihre Beine möglichst hoch.
  • Betreiben Sie spezielle Venengymnastik und/oder Venenwalking. Beides kann Ihnen eine Fachperson beibringen.
  • Bewegen Sie sich ausreichend: Schwimmen, Radfahren und Wandern sind ideal, weniger geeignet sind Sportarten wie Tennis oder Basketball, da hier die Beine ruckartigen Bewegungen und Stössen ausgesetzt sind.
  • Verzichten Sie aufs Rauchen.

Dieser Artikel erschien in einer Ausgabe der astreaAPOTHEKE und wurde für die Website angepasst. Die vollständige Ausgabe der astreaAPOTHEKE ist jeweils in der Apotheke erhältlich und erscheint zehnmal im Jahr.