Hausmittel & Co. bei Erkältung

TEXT: MONIKA LENZER

Besonders im Winter fängt man sich leicht eine Erkältung ein. Für eine schnelle Genesung können Sie Hausmittel mit der Schulmedizin und Naturheilkunde kombinieren.

Durchschnittlich zwei bis vier Erkältungen fangen sich Erwachsene pro Jahr ein. Bei Kindern ist es sogar noch öfter – bei ihnen sind es jedes Jahr schätzungsweise sechs bis acht Erkältungen. Am häufigsten ist das Rhinovirus der Übeltäter. Davon gibt es über 100 verschiedene Unterformen, weshalb unser Immunsystem keine dauerhafte Abwehr aufbauen kann. Diese Vielzahl an Viren und ihre ständige Veränderung sind auch der Hauptgrund, weshalb es keine Impfung gegen Erkältung gibt.

Erkältung im Anmarsch

Wer kennt dies nicht? Ein Kratzen im Hals ist oft der erste Vorbote einer Erkältung. Üblicherweise folgen Halsschmerzen und als Nächstes eine Schnupfennase. Leichte Kopfschmerzen sind typische Begleiterscheinungen. Etwas später gesellt sich dann noch ein trockener Husten dazu, der sich allmählich in einen verschleimten Husten umwandelt. Zum Schluss wird der Husten eher wieder trocken, da die Schleimhäute noch gereizt sind; manchmal kann dies wochenlang anhalten. Abgesehen davon ist eine Erkältung in den meisten Fällen nach fünf bis sieben Tagen überstanden. Doch Kinder können bis zu 14 Tage lang davon gequält werden.

Wie sieht es mit einer Grippe aus? Im Gegensatz zur Erkältung beginnt eine Grippe ganz plötzlich mit hohem Fieber sowie starken Kopf- und Gliederschmerzen.

Keine Chance für Halsschmerzen

Die gute Nachricht: Zum Glück gibt es eine Vielzahl an Mitteln, die die Beschwerden lindern, damit Sie bald wieder fit sind. Aus der Schulmedizin eignen sich Arzneimittel mit den Wirkstoffen Paracetamol und Ibuprofen gegen Kopfschmerzen und Fieber. Speziell bei Halsschmerzen helfen Lutschtabletten, da sie die wunden Schleimhäute befeuchten. Zusätze wie Isländisch Moos fördern diesen Effekt. Es handelt sich genau genommen um eine Flechte, die beruhigende Schleimstoffe enthält. Sie ist in ganz Europa verbreitet, wobei man sie in den Schweizer Alpen auf einer Höhe zwischen 1500 bis 2000 Metern oft antrifft. Auf Island können ihre Polster leicht Spalten in Lavafeldern überdecken, was für Wanderer gefährlich werden kann. In Skandinavien wird das Gewächs übrigens gerne von Rentieren gefressen.

Ob Isländisch Moos oder
Roter Sonnenhut – die Natur
hat viele Helfer im Gepäck.

Hilfe bei Schnupfennase

Bei einer verstopften Nase kann ein Nasenspray mit hypertoner Kochsalzlösung helfen. Hyperton bedeutet, dass die Lösung einen höheren Kochsalzgehalt (über 0,9 %) als im menschlichen Blutplasma hat. Dadurch wird dem Gewebe leichter Wasser entzogen, wodurch die Schwellung zurückgeht. Zudem wird zäher Schleim durch die osmotische Wirkung leichter verflüssigt. Der Vorteil: Im Gegensatz zu Nasensprays mit Wirkstoffen wie Xylometazolin können Nasensprays mit hypertoner Kochsalzlösung über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden, ohne dass ein Abhängigkeitseffekt entsteht.

Tipps gegen Husten

Erwärmte Milch mit einem bis zwei Teelöffeln Honig ist ein altes Hausmittel bei trockenem Husten – am besten ganz langsam schluckweise trinken. Ganz klar: Für Kinder unter einem Jahr ist dies noch nicht geeignet. Bei verschleimtem Husten ist das Einreiben der Brust mit Salben aus ätherischen Ölen hilfreich. Sie verflüssigen das festsitzende Sekret auf den Bronchien, damit es leichter abgehustet werden kann. Bei kleinen Kindern muss insbesondere darauf geachtet werden, dass kein Kampfer oder Menthol enthalten sind, da es sonst zu einer anfallsartigen, krampfartigen Verengung der Atemwege kommen kann.

In Balance mit TCM

Gemäss der Traditionellen Chinesischen Medizin wird bei einer Erkältung das Abwehr-Qi (Wei-Qi) durch äussere Faktoren wie Wind und Kälte angegriffen. Bei Wind-Kälte-Symptomen wie Frösteln und weissem Schleim sind wärmende Nahrungsmittel und Kräuter wie Ingwertee hilfreich. Bei Wind-Hitze-Symptomen wie Fieber und gelbem Schleim sind kühlende Nahrungsmittel und Kräuter wie Pfefferminze ratsam. Zusätzlich wird der regelmässige Genuss einer stärkenden Rinderkraftbrühe empfohlen, um das Immunsystem präventiv zu stärken.

Gut vorbeugen

Einfache Hygienemassnahmen können dazu beitragen, dass sich Erkältungskrankheiten nicht so stark verbreiten. Dazu gehören sicherlich häufiges Händewaschen und das Niesen in die Armbeuge. Selbstverständlich härten regelmässige Spaziergänge an der frischen Luft und Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren unser Immunsystem ab. Zudem hat uns Mutter Natur mit dem Roten Sonnenhut beschenkt – diese Heilpflanze kann unsere Abwehrkräfte stärken. Die ausdauernde Staude mit den purpurfarbenen Zungenblüten hat ihr Zuhause ursprünglich in Nordamerika; bereits die Indianer kannten ihre Heilkraft. Tees sind heutzutage nicht üblich, doch im Handel gibt es eine Vielzahl an Tropfen, Tabletten und Halssprays.

Achten Sie auf sich, damit Sie gut durch die kalte Jahreszeit kommen.

Scharf-heisser Ingwer

Ein Stück Ingwer schälen und in feine Scheiben schneiden oder raspeln. Dann in eine Tasse geben und mit heissem Wasser übergiessen. Den Ansatz zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen, damit die ätherischen Öle nicht verdampfen. Mit einem Schuss Zitronensaft oder etwas Honig schluckweise trinken.

Winter-Brustöl

Zutaten:

3 Tropfen ätherisches Cajeputöl

4 Tropfen ätherisches Manukaöl

3 Tropfen ätherisches Zedernholzöl

50 ml Mandelöl

Anwendung:

Die ätherischen Öle (auf gute Qualität achten!) im Mandelöl gut vermischen. Die Brust wird bei Erwachsenen mehrmals täglich damit eingerieben. Nicht empfohlen für Kinder, Schwangere und Stillende.

Foto: ©drubig-photo/stock.adobe.com

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