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Hörverlust: Ursachen, Prävention und Behandlungsmöglichkeiten

Wenn man nicht mehr gut hört, nennt man das Hörverlust. Es gibt verschiedene Ursachen. Die häufigsten sind unten aufgeführt. Ein Hörverlust wird als Schwerhörigkeit bezeichnet, wenn er ab 20 Dezibel liegt. Das bedeutet, dass leise Geräusche schwer oder gar nicht mehr wahrgenommen werden können.

Es gibt vier Gründe für Hörverlust

(Hörverlust kann plötzlich auftreten oder sich über Jahre schleichend entwickeln, ohne dass man es sofort bemerkt. Im Folgenden werden die vier häufigsten Ursachen für Hörverlust beschrieben: Verstopfung durch Ohrenschmalz, Entzündungen im Ohr, Lärmbelastung und der natürliche Alterungsprozess.

Ohrenschmalz beeinträchtigt das Gehör

Ohrenschmalz kann das Hörvermögen erheblich beeinträchtigen, wenn es sich im Gehörgang ansammelt und verhärtet. Dadurch wird der Gehörgang teilweise oder ganz verschlossen und die Schallwellen können das Trommelfell nicht mehr erreichen.


Warum verursacht Ohrenschmalz Hörstörungen?

  • Blockade des Schallwegs: Der Pfropf verstopft den Gehörgang und stört die Weiterleitung der Schallwellen zum Trommelfell
  • Aufquellen bei Kontakt mit Wasser: Beim Schwimmen oder Duschen kann der Pfropf aufquellen und den Gehörgang weiter verschliessen
  • Verhinderung der Trommelfellvibration: Das Trommelfell kann nicht mehr frei schwingen, was wichtig ist, um zu höre

Was tun gegen Ohrenschmalz?

  • Regelmässige Kontrolle und Reinigung: Eine regelmässige Untersuchung und ggf. Reinigung der Ohren durch einen Facharzt verhindert die Ansammlung von überschüssigem Ohrenschmalz
  • Keine Wattestäbchen benutzen: Wattestäbchen schieben das Ohrenschmalz tiefer in den Gehörgang. Stattdessen sollte das Aussenohr vorsichtig mit einem feuchten Tuch gereinigt werden

Wie lassen sich Ohrenschmalzpfropfen entfernen?

  • Ohrentropfen: Spezielle Ohrentropfen aus der Apotheke helfen, das Ohrenschmalz aufzuweichen und den natürlichen Abfluss zu fördern. Diese Tropfen können nach ärztlicher Anweisung regelmässig angewendet werden
  • Medizinische Spülung: Eine der gängigsten Methoden zur Entfernung von Ohrenschmalz ist die Spülung mit einer Ohrspritze durch einen Facharzt. Dabei wird warmes Wasser oder eine spezielle Lösung vorsichtig in den Gehörgang gespritzt, um den Pfropfen zu lösen und herauszuspülen
  • Mechanische Entfernung: In einigen Fällen kann es notwendig sein, den Ohrenschmalzpfropf mechanisch mit einem Haken oder einer Kürette aus dem Ohr zu entfernen. Dies sollte immer von einem Facharzt durchgeführt werden, da die Verletzungsgefahr erheblich ist
  • Mikrosuktion: Eine weitere professionelle Methode ist die Mikrosuktion, bei der der Ohrenschmalzpfropf mit einem kleinen Sauggerät vorsichtig entfernt wird. Diese Methode ist besonders schonend und effektiv

Verlust des Gehörs infolge einer Mittelohrentzündung

Eine Mittelohrentzündung führt in den meisten Fällen zu einer vorübergehenden Hörminderung. Der entzündungsbedingte Druck und die Flüssigkeit im Mittelohr können das Trommelfell daran hindern, effektiv zu schwingen. Dadurch werden die Schallwellen gedämpft und es kommt zu einem temporären Hörverlust.

Schutz des Gehörs bei Mittelohrentzündung

Wenn Sie einem Hörverlust bei einer Mittelohrentzündung vorbeugen wollen, müssen Sie schnell und effektiv handeln. Hier sind einige Massnahmen, die Ihnen dabei helfen können:

  • Frühzeitige Behandlung: Bei den ersten Anzeichen einer Mittelohrentzündung, wie Ohrenschmerzen oder Fieber, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung verkürzen die Dauer der Entzündung und minimieren das Risiko eines Hörverlustes
  • Nasensprays und abschwellende Mittel: Bei einer verstopften Ohrtrompete helfen abschwellende Nasensprays oder orale Abschwellmittel. Sie verbessern die Belüftung des Mittelohrs und erleichtern damit den Druckausgleich
  • Pneumatische Otoskopie: Diese Untersuchung kann vom Arzt durchgeführt werden, um die Beweglichkeit des Trommelfells zu überprüfen und sicherzustellen, dass keine Flüssigkeit hinter dem Trommelfell steht, die den Hörverlust verursachen könnte
  • Vermeidung weiterer Irritationen: Während einer Mittelohrentzündung muss das betroffene Ohr unbedingt vor weiteren Belastungen geschützt werden. Dazu gehört das Vermeiden des Kontakts des Ohrs mit Wasser und der Schutz vor extremen Kälte- oder Wärmeexpositionen

Durch die Kombination dieser Massnahmen kann das Risiko eines Hörverlusts bei einer Mittelohrentzündung wesentlich reduziert und eine schnelle Erholung gefördert werden.

Lärm beeinträchtigt das Gehörvermögen

Lärm kann die empfindlichen Haarsinneszellen in der Gehörschnecke schädigen. Diese Zellen sind für die Umwandlung von Schallwellen in elektrische Signale verantwortlich, die dann an das Gehirn weitergeleitet werden.

Bei extremem Lärm ist der Schallpegel so hoch, dass er die Haarzellen vorübergehend oder dauerhaft beschädigt. Dies führt zu einem Hörverlust und möglicherweise zu Tinnitus. Eine anhaltende Lärmbelastung führt unweigerlich zu einem fortschreitenden und irreversiblen Hörverlust.

So beugt man Hörverlust durch Lärm vor.

Um einem Hörverlust durch Lärm vorzubeugen, ist es unerlässlich, die Exposition gegenüber hohen Lärmpegeln zu minimieren. Dies kann durch folgende Massnahmen erreicht werden:

  • Tragen von Gehörschutz: Bei lauten Aktivitäten oder in lauten Umgebungen sollte man Ohrenstöpsel oder Gehörschützer tragen
  • Reduktion der Lärmbelastung: Es gibt Möglichkeiten, den Lärm zu reduzieren. Zum Beispiel durch Trennwände, schalldämpfenden Möbeln, Akustikvorhängen und Bildern

Hörverlust im Alter

Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich das Hörvermögen, man hört hohe Töne nicht mehr so gut. Auch Wörter mit Zischlauten werden schlechter verstanden.

Gene, Stress und eine schlechte Versorgung der Zellen können dafür verantwortlich sein. Auch Lärm, Rauchen und Infektionen können das Hörvermögen verschlechtern. Die Sinneshaarzellen, die für hohe Töne zuständig sind, werden langsam schlechter.

Wie kann das Gehör im Alter erhalten werden?

Altersschwerhörigkeit kann man vorbeugen, indem man gesund lebt und sein Gehör schützt:

  • Vermeidung von Lärm: Schützen Sie ihre Ohren vor übermässigem Lärm und tragen Sie in lauten Umgebungen einen Gehörschutz
  • Nichtrauchen: Rauchen ist ein Risikofaktor für viele Gesundheitsprobleme, einschliesslich Hörverlust. Das Aufgeben des Rauchens senkt das Risiko
  • Regelmässige Hörtests: Ab dem mittleren Alter sollte man regelmässig zum Hörtest gehen, um Probleme mit dem Hören früh zu erkennen
  • Gesunde Ernährung: Eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse ist gut für die Zellen. Sie schützen sich so besser vor Schäden durch freie Radikale

Wie wird Hörverlust im Alter behandelt?

Wenn man schlecht hört, kann man einiges tun, um sich besser zu fühlen:

  • Hörgeräte: Hörgeräte helfen bei Altersschwerhörigkeit indem sie die Umgebungsgeräusche verstärken und so die Kommunikationsfähigkeit verbessern
  • Kommunikationstraining: Es gibt Trainingsprogramme, die helfen, besser mit Schwerhörigkeit umzugehen und sich besser zu verständigen

Achten Sie auf ihr Gehör!

  • Frühzeitiges Handeln ist entscheidend: Wenn man nicht auf seine Ohren hört, werden sie schlechter. Das Gehirn gewöhnt sich dann an den Hörverlust
  • Die soziale Isolation vermeiden: Wenn man zu wenig hört und sich nicht mit anderen Leuten trifft, kann man sich schlechter erinnern und wird traurig. Das kann zu Altersdemenz und Depressionen führen.
  • Präventive Massnahmen ergreifen: Regelmässige Hörtests und frühzeitige Intervention helfen, die Lebensqualität zu erhalten und schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

Die verschiedenen Stadien der Schwerhörigkeit

  • Normalhörigkeit: Ein Abweichen der Hörfähigkeit von der definierten Hörschwelle bis 20 dB liegt im Bereich der Normalhörigkeit.
  • Geringgradige Schwerhörigkeit liegt bei einer Abweichung oberhalb von 20 dB vor, d.h. etwa das Ticken einer Armbanduhr oder Blätterrauschen können akustisch nicht mehr wahrgenommen werden. Die betroffene Person kann erst Töne mit einer Schallintensität von 25 bis 40 dB hören.
  • Mittelgradige Schwerhörigkeit beginnt bei einem Hörverlust von 40 dB, dies entspricht etwa den Grundgeräuschen in Wohngebieten. Die betroffene Person kann erst Töne mit einer Schallintensität von 40 bis 60 dB hören.
  • Hochgradige Schwerhörigkeit entsteht bei mindestens 60 dB, dann kann ein Gesprächspartner bei normaler Sprechlautstärke nicht mehr gehört werden.
  • An Gehörlosigkeit grenzende Schwerhörigkeit beginnt bei einem Hörverlust von mehr als 80 dB. In diesen Fällen hört man weder laute Musik noch die Geräusche einer Autobahn. Hört man praktisch nichts mehr, ist man taub bzw. gehörlos.

Beispiele für Lärmbelästigung

  • 85 Dezibel (dB)ist der Schwellenwert: Regelmässige und längere Exposition des Ohrs oberhalb dieses Wertes kann zu dauerhaftem Gehörverlust führen. Dieser Lärmpegel ist vergleichbar mit dem Lärm einer stark befahrenen Strasse oder eines lauten Restaurants
  • 90 dB: Ein Rasenmäher oder ein vorbeifahrender Lastwagen kann diesen Lärmpegel erreichen. Regelmässige und längere Exposition ohne Gehörschutz kann das Gehör schädigen
  • 100 dB: Geräusche wie die eines Motorrads oder einer Handbohrmaschine erreichen diesen Pegel. Schon 15 Minuten täglich ohne Gehörschutz können zu bleibenden Gehörschäden führen
  • 110 dB: Konzerte und laute Sportveranstaltungen erreichen oft diesen Schallpegel. Ohne Gehörschutz kann das Gehör schon nach wenigen Minuten geschädigt werden
  • 120 dB: Schallpegel in der Nähe einer Sirene oder bei einem Rockkonzert direkt vor den Lautsprechern. Solche extremen Lautstärken können sofortige Hörschäden verursachen
  • 130 dB: Schmerzschwelle des menschlichen Gehörs. Geräusche in dieser Lautstärke, wie z.B. der Lärm eines Düsenflugzeugs aus nächster Nähe, können sofort zu Schmerzen und dauerhaftem Gehörverlust führen
  • 150 dB: Extrem laute Geräusche wie z.B. ein Gewehrknall oder eine Explosion in unmittelbarer Nähe erreichen diesen Pegel und führen unweigerlich zu einer sofortigen und schweren Schädigung des Gehörs

Wer weiss, wie Lärm auf die Ohren wirkt
und was man dagegen tun kann,
kann sich vor Hörschäden schützen und besser leben.