Heuschnupfen

Wenn der Frühling in der Nase kitzelt

TEXT: REDAKTION

Frühling liegt in der Luft – und mit ihm feiner Blütenstaub. Während die einen die warme Jahreszeit geniessen, reagieren andere mit laufender Nase, juckenden Augen oder Niesattacken. Pollen können den Alltag stark beeinträchtigen und verdienen mehr Aufmerksamkeit, als man ihnen oft schenkt.

Mit dem Erwachen der Natur beginnt für viele Menschen eine beschwerliche Zeit: Niesanfälle, tränende Augen oder eine verstopfte Nase gehören zum Alltag vieler Allergiebetroffener. Was landläufig als lästige Frühlingserscheinung gilt, ist aus medizinischer Sicht eine ernstzunehmende immunologische Reaktion, die gezielte Abklärung und Behandlung verlangt.

Wer seine Allergene
kennt, gewinnt
Lebensqualität zurück.

Was bei einer Pollenallergie im Körper geschieht

Allergien entstehen durch eine Überreaktion des Immunsystems. Eigentlich harmlose Eiweissstoffe aus Pollen werden fälschlicherweise als Bedrohung eingestuft. Bei erneutem Kontakt schüttet der Körper Botenstoffe wie Histamin aus, die Entzündungsreaktionen in Nase, Augen und Atemwegen auslösen. Besonders häufig reagieren Betroffene auf Gräserpollen sowie auf Pollen von Birke, Esche, Hasel, Erle oder Beifuss. Nur etwa 20 Pflanzenarten sind hierzulande wirklich relevant.

Rund jede fünfte Person in der Schweiz leidet heute an Heuschnupfen – vor hundert Jahren war das eine Seltenheit. Neben genetischer Veranlagung spielen Lebensstil und Umwelt eine Rolle: hohe Hygienestandards, veränderte Ernährung oder fehlende «natürliche Trainingsreize» für das Immunsystem begünstigen allergische Reaktionen. Erste Symptome zeigen sich oft schon im Kindesalter, können aber auch erst im hohen Erwachsenenalter auftreten.

Symptome erkennen und richtig reagieren

Typische Beschwerden sind Niesanfälle, laufende oder verstopfte Nase, juckende Augen, Gaumen und Ohren sowie tränende Augen. Bei starker Belastung kann es zu Atemnot kommen. Unbehandelte Allergien können sich verschlimmern – Fachpersonen sprechen vom «Etagenwechsel», wenn die Beschwerden von den oberen Atemwegen in die Lunge wandern und allergisches Asthma entsteht.

Eine sorgfältige Beobachtung ist wichtig: Treten die Symptome vor allem draussen auf? Sind sie saisonal begrenzt? Hauttests (Pricktest) oder Blutuntersuchungen auf spezifische Antikörper helfen, die auslösenden Pollen zu erkennen. Ergänzend bieten viele Apotheken den AllergieCheck an, mit dem die häufigsten Atemwegsallergene unkompliziert getestet werden können.

Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

Zur Linderung der Beschwerden stehen Antihistaminika als Tabletten, Nasenspray oder Augentropfen bereit. Kortisonhaltige Präparate wirken zusätzlich entzündungshemmend. Entscheidend ist der rechtzeitige Einsatz – am besten schon vor Beginn des Pollenflugs. Unterstützend helfen einfache Massnahmen: Pollengitter an Fenstern, kurzes Stosslüften, Wäsche in Innenräumen trocknen oder Haare vor dem Schlafengehen waschen.

Fachstellen beobachten zudem, dass Blühzeiten einzelner Pflanzen verschoben sind und Pollensaisons teilweise länger dauern. Für Allergiebetroffene bedeutet das: aufmerksam bleiben, Therapien bei Bedarf anpassen und den aktuellen Pollenflugkalender beachten.

Wer besonders stark unter Pollen leidet, kann mit der Desensibilisierung, fachlich allergenspezifische Immuntherapie genannt, langfristig Erleichterung finden. Dabei wird der Körper nach und nach an das Allergen gewöhnt, die Abwehrreaktionen nehmen ab und die Symptome werden spürbar milder. Die Behandlung erfolgt über Tabletten oder Spritzen und erstreckt sich über mehrere Jahre, oft beginnend ausserhalb der Pollensaison. Viele Betroffene berichten, dass sie danach die Frühlingstage wieder entspannt geniessen können.

Ihre Apotheke als kompetente Anlaufstelle

Ob Abklärung, Beratung oder Unterstützung bei Medikamenten: Apotheken sind oft der erste Ansprechpartner bei Allergien. Wer seine Auslöser kennt und frühzeitig handelt, kann den Frühling wieder entspannt erleben – ohne Niesen, juckende Augen oder verstopfte Nase.

Tipps für den Alltag

  • Pollengitter anbringen
  • Wäsche drinnen trocknen
  • Luftreiniger reduzieren Pollen in Innenräumen
  • Sonnenbrille, um die Augen zu schützen
  • Haare vor dem Schlafen waschen
  • AllergieCheck in der Apotheke für schnelle Gewissheit

Foto: ©mkrberlin/AdobeStock

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