Grippe und Erkältung

Gut gewappnet durch die kalte Jahreszeit

TEXT: LYDIA UNGER-HUNT

Hoch, ihr Mützen, Schals und Teetassen, die Grippe- und Erkältungszeit ist da – inklusive einem kleinen Kratzen im Hals hier und einer verstopften Nase dort. Doch mit ein paar wohltuenden Hausmitteln und etwas Fürsorge für das Immunsystem lässt sich die kalte Jahreszeit oft gut überstehen.

Die Zahlen sind jedes Jahr wieder beeindruckend: Laut Schweizer Bundesamt für Gesundheit werden in einem durchschnittlichen Winter zehntausende Arztbesuche wegen Grippesymptomen verzeichnet. Doch nicht jedes Halskratzen bedeutet gleich Influenza, wie die «echte» Grippe auch genannt wird, häufig steckt lediglich eine harmlose Erkältung dahinter.

Den Unterschied macht vor allem das Tempo. Während eine Erkältung eher höflich-langsam beginnt (Schnupfen, Kratzen im Hals, leichter Husten, kein oder nur wenig Fieber) schlägt jede Grippe, die etwas auf sich hält, «wie aus dem Nichts» zu: plötzlich, mit hohem Fieber, starken Kopf- und Gliederschmerzen und einem Gefühl, als wäre man von einem Zug überrollt worden (mit Hochgeschwindigkeit, natürlich).

Wenn die Beschwerden über mehrere Tage anhalten oder sich verschlechtern, bei hohem Fieber (über 39 °C) oder Atemnot sollte sicherheitshalber ärztlicher Rat eingeholt werden.

Immunsystem auf Wintermodus

Das Immunsystem kann sich in dieser Jahreszeit anfühlen wie ein Regenschirm im Herbstwind: grundsätzlich bereit zu Action, aber doch gelegentlich überfordert. Unterstützung ist jetzt also vonnöten, und das erhält das Immunsystem unter anderem durch ausgewogene Ernährung – Sie wissen ja: Gemüse und Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Sauerkraut.

In diesem Zusammenhang kommen Vitamine ins Spiel: Sie können zwar keine Erkältung «wegzaubern», sie unterstützen hingegen die körpereigenen Abwehrmechanismen. Besonders bekannt ist Vitamin C, das bestimmte Abwehrzellen bei ihrer Arbeit unterstützt; Vitamin D hilft Immunzellen dabei, miteinander zu kommunizieren; Vitamin A unterstützt die Abwehr an den Schleimhäuten von Nase, Rachen und Bronchien, während B-Vitamine für die Produktion neuer Abwehrzellen sorgen.

Regelmässige Bewegung ist ebenfalls nicht zu vergessen: Schon ein täglicher Spaziergang an der frischen Luft von rund 30 Minuten fördert Abwehrzellen und verbessert die Sauerstoffversorgung.

Was noch?

  • Viel Flüssigkeit zu sich nehmen (Kräutertees, Wasser)
  • Ausreichend Schlaf
  • Nasenspülungen mit Salzwasser zum Befeuchten der Schleimhäute
  • Inhalieren: eine Schüssel mit heissem (nicht kochendem) Wasser, etwas Kamille oder Salz, Handtuch über den Kopf und tief durchatmen. Nach wenigen Minuten fühlen sich Nase und Rachen oft deutlich wohler.

Wenn alles nichts gefruchtet und es einen trotzdem erwischt hat? Dann können die folgenden Tipps helfen:

  • Reizhusten nachts lässt sich beruhigen, indem die Raumluft leicht befeuchtet wird.
  • Honig (für Erwachsene und Kinder ab einem Jahr) wirkt reizlindernd. Einfach einen Teelöffel langsam im Mund zergehen lassen oder in warmer Flüssigkeit auflösen.
  • Thymiantee unterstützt bei produktivem Husten, Eibisch wiederum beruhigt trockenen Husten.
  • Bei Schnupfen helfen salzhaltige Nasensprays (abschwellende Sprays können kurzfristig entlasten, jedoch bitte nicht länger als fünf bis maximal sieben Tage einsetzen, sonst droht die «Abhängigkeit»).

Eine Heiserkeit wiederum erholt sich am besten, wenn die Stimme geschont wird – aber nicht flüstern, denn das belastet die Stimmbänder noch mehr, sondern einfach normal sprechen. Und: Seien Sie nett zu sich selbst – mit etwas Ruhe und Geduld kommt der Körper oft am besten wieder ins Gleichgewicht.

Immunsystem: Teamarbeit gegen Viren

Unser Immunsystem arbeitet wie ein eingespieltes Team. Sobald Viren im Körper landen, melden Fresszellen als «Frühwarnsystem»: Achtung, Eindringling! Sie verschlingen erste Viren und geben Botenstoffe frei, um Hilfe zu rufen (die sogenannten «Interferone»). Dann rücken die «T-Zellen» an – sie erkennen infizierte Körperzellen und machen sie unschädlich. «B-Zellen» wiederum produzieren Antikörper, die Viren markieren, damit sie schneller beseitigt werden können. Weil das Immunsystem in solchen Fällen eben auf Hochtouren arbeitet, fühlen wir uns dementsprechend schlapp. Oder anders gesagt, im Inneren des Körpers läuft ein grosser Aufräumtag, und der kostet Energie. Also: Flossen hoch, Decke drüber und dabei Tee trinken – das wäre sozusagen das heilige Dreieck der Genesung.

Foto: ©gpointstudio/AdobeStock

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