Darmgesundheit

Dem Durchfall ein Schnippchen schlagen

TEXT: MONIKA LENZER

Manchmal muss es schnell gehen, um die Toilette gerade noch rechtzeitig zu erreichen. Durchfall oder Erbrechen sind oft die Übeltäter. Zum Glück gibt es verschiedene Hausmittel und Tipps, die hier helfen.

Von Durchfall spricht man, wenn der Stuhl mehr als dreimal täglich breiartig bis flüssig ist. In akuten Fällen steckt dahinter häufig eine Infektion mit einem Magen-Darm-Virus oder eine Lebensmittelvergiftung. Zuweilen tritt dabei auch Übelkeit bis hin zu Erbrechen auf. Erfreulicherweise verschwinden die Beschwerden in der Regel innerhalb von drei Tagen wieder.

Abwarten und Tee trinken

Pfefferminz- und Kamillentee sind eine Wohltat, da sie einen krampflösenden Effekt haben. Daneben eignet sich Brombeerblättertee, um leichten Durchfall zu stoppen. Darin sind Gerbstoffe, die eine zusammenziehende (adstringierende) Wirkung haben, indem sie mit oberflächlichen Eiweissen interagieren. Dadurch kann eine Schutzschicht auf der Darmschleimhaut entstehen; Erreger können so weniger gut eindringen und der Wasserverlust nimmt ab. Schwarztee enthält ebenfalls Gerbstoffe und ist eine praktische Alternative, da sich in fast jedem Haushalt eine Packung befindet. Nicht alle Menschen trinken gerne Tee. Vor allem bei Kindern sind getrocknete Heidelbeeren ein prima Hausmittel, da sie lecker schmecken und ebenfalls Gerbstoffe enthalten. Sie können pur langsam gekaut werden. Achtung: Verwenden Sie keine frischen Heidelbeeren, da sie dann eher leicht abführend wirken.

Gesunde Schonkost

Ein bekannter Klassiker ist geriebener Apfel, was sich für Klein und Gross eignet. In ihm stecken Pektine, die als Quellstoff gut Wasser im Darm binden können, wodurch der Stuhl fester wird. Zerdrückte Bananen sind ebenfalls eine geeignete Pektin-Quelle; da in ihnen auch Kalium steckt, helfen sie zudem den Mangel an Mineralstoffen auszugleichen. Um den Körper wieder zu stärken, sind leichte, fettarme Suppen willkommen. Beliebte Zutaten sind Kartoffeln, Reis und Karotten. Idealerweise werden über den Tag verteilt immer wieder kleine Portionen gegessen, um den Verdauungstrakt zu schonen.

WHO-Trinklösung

Bei Durchfall und Erbrechen verliert der Körper viel Flüssigkeit und Mineralstoffe. Besonders bei Kindern kann dies kritisch sein. Es gibt orale Rehydrationslösungen (ORS-Lösung), um diese Verluste auszugleichen. Sie enthalten eine spezielle Mischung aus Wasser, Salzen (u. a. Natrium) und Zucker (Glucose). Dies ist besser als das Trinken von reinem Wasser, da durch die gemeinsame Aufnahme von Natrium und Glucose über das Natrium-Glucose-Transportsystem in der Darmwand ein Sog entsteht. So nimmt der Körper vermehrt Wasser aus dem Darm aktiv auf. Es gibt eine fixfertige Mischung in Drogerien und Apotheken, bei der das Verhältnis der Inhaltsstoffe perfekt aufeinander abgestimmt ist. Diese Trinklösung wurde ursprünglich für die Behandlung der Cholera entwickelt und wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit den 1970er-Jahren bei leichtem und mittelschwerem Flüssigkeitsmangel empfohlen.

Verdünnter Apfelsaft

Falls am Wochenende alle Geschäfte geschlossen sind, ist eine Mischung aus gleichen Teilen Apfelsaft und Wasser eine gute Alternative. Dies bestätigt eine Studie an einer kanadischen Kinderklinik, die mit 647 Kindern durchgeführt wurde. Die kleinen Patienten waren zwischen sechs bis 60 Monate alt und hatten eine leichte Dehydratation aufgrund einer Magen-Darm-Grippe.

Ab zum Arzt

Es gibt verschiedene Warnzeichen, wann ein Arztbesuch empfohlen ist. Dazu gehören unstillbares Erbrechen sowie besonders starker oder länger als drei Tage anhaltender Durchfall, vor allem wenn das Kind kaum trinkt.

Typische Hinweise für eine Dehydrierung sind Teilnahmslosigkeit, trockene Lippen und verminderte Urinausscheidung (trockene Windeln) bis hin zu einem beschleunigten, schwachen Puls und Kreislaufproblemen. Bei Babys ist auch eine eingesunkene Fontanelle ein sichtbares Warnsignal.

Daumen drücken, dass Sie erst gar nicht krank werden.

Hilfe aus Ihrer Apotheke

Bei Durchfall oder Erbrechen ist wichtig, den Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust rasch auszugleichen. In Ihrer Apotheke finden Sie gezielte Unterstützung:

• Orale Rehydratationslösungen (ORS) gleichen Flüssigkeits- und Salzverluste aus.

• Pflanzliche Präparate und Teemischungen mit Kamille, Pfefferminze oder Gerbstoffen beruhigen den Darm.

• Probiotika unterstützen den Wiederaufbau der Darmflora nach Magen-Darm-Infekten.

• Präparate gegen Übelkeit oder Durchfall helfen, akute Beschwerden zu lindern.

Ihr Apothekenteam berät Sie individuell zu geeigneten Produkten und informiert, wann ein Arztbesuch nötig ist.

Foto: ©Alrandir/AdobeStock

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