Die Symptome der Wechseljahre

Drei von vier Frauen sind in den Wechseljahren von Beschwerden betroffen

TEXT: SUSANNA STEIMER MILLER

Drei von vier Frauen sind in den Wechseljahren von Beschwerden betroffen, die die Lebensqualität einschränken können.

Ein unregelmässiger Zyklus ist meist das erste Anzeichen für die Wechseljahre, die bei den meisten Frauen zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr beginnen und circa acht Jahre andauern können. Manche Frauen bluten nun stärker oder länger, andere weniger stark oder kürzer als sonst. Zudem werden die Abstände zwischen den Blutungen unregelmässig. Dafür verantwortlich ist die Abnahme der Produktion verschiedener Hormone, vor allem des Östrogens. Im Durchschnitt haben Frauen in der Schweiz ihre letzte Monatsblutung, die in der Fachsprache Menopause genannt wird, im 52. Lebensjahr. Manche Frauen haben ihre letzte Periode aber deutlich später, einige deutlich früher. Tritt die letzte Blutung vor dem 40. Lebensjahr ein, spricht man von vorzeitiger Menopause. Nach der letzten Monatsblutung ist eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg nicht mehr möglich.

Während manche Frauen kaum Beschwerden in den Wechseljahren haben, leiden andere an mehreren Symptomen gleichzeitig. Zu den häufigsten zählen:

Hitzewallungen und Nachtschweiss

Die Veränderungen im Hormonhaushalt in den Wechseljahren irritieren das Temperaturregulationszentrum im Gehirn. In der Folge leiden viele Frauen an Hitzewallungen und Schweissausbrüchen in der Nacht. Sie verspüren plötzlich Hitze im Oberkörper und Gesicht, erröten, schwitzen stark und frösteln danach. Hitzewallungen, die zwischen 30 Sekunden und zehn Minuten dauern, können mehrmals pro Stunde, einige Male am Tag oder nur ein- oder zweimal pro Woche auftreten.

Schlafstörungen

Die Hälfte der Frauen in den Wechseljahren leidet an Schlafstörungen. Sie schlafen nicht mehr so tief oder wachen nachts häufig auf, zum Beispiel auch aufgrund von Schweissausbrüchen. Morgens fühlen sie sich nicht erholt.

Konzentrationsprobleme

Schlafstörungen können dazu führen, dass sich Frauen weniger leistungsfähig fühlen und sich schlechter konzentrieren können. Der sinkende Östrogenspiegel beeinflusst das Gedächtnis und die Aufmerksamkeit.

Stimmungsschwankungen

In den Wechseljahren treten Stimmungsschwankungen häufig auf. Manche Frauen sind leichter reizbar oder empfindlicher als sonst, andere leiden an depressiven Verstimmungen oder Ängsten. Die Veränderungen des Hormonhaushalts können den Serotonin- und Noradrenalin-Spiegel beeinflussen, die eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Depressionen spielen.

Scheidentrockenheit

Der Rückgang der Östrogenproduktion lässt bei vielen Frauen die Vaginalschleimhaut austrocknen, was Juckreiz und Brennen verursachen kann. Scheidentrockenheit erhöht das Risiko für Pilzerkrankungen und Blasenentzündungen.

Verminderte Libido

Scheidentrockenheit kann dazu führen, dass Geschlechtsverkehr als schmerzhaft empfunden wird, was die Libido senkt.

Gewichtszunahme

In den Wechseljahren haben viele Frauen Gewichtsprobleme. Dafür verantwortlich sind Veränderungen des Hormonhaushalts, der Verdauung und des Lebensstils.

Gelenk- und Muskelschmerzen

In den Wechseljahren treten Gelenk- und Muskelschmerzen häufig auf. Eine Gewichtszunahme belastet die Gelenke. Ein Östrogenmangel erhöht die Entzündungsneigung von Gelenken und Muskeln, was zu Schmerzen führt. Zudem nimmt die Muskelmasse in den Wechseljahren ab.

Osteoporose

Der Rückgang des Östrogens beeinträchtigt die Knochendichte und erhöht das Risiko für Osteoporose. Eine Knochendichtemessung gibt Aufschluss über den Knochenzustand.

Hilfe bei Wechseljahrbeschwerden

Einige Symptome der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Schweissausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen können sich durch die Einnahme pflanzlicher Mittel (zum Beispiel Cimicifuga) verbessern. Auch Sport verbessert diese Beschwerden und schützt in Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung vor einer Gewichtszunahme. Krafttraining ist eine der wirksamsten nicht-medikamentösen Massnahmen zur Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose. Es regt den Knochenaufbau an und stabilisiert Muskeln und Gelenke.

Bei Scheidentrockenheit können feuchtigkeitsspendende Cremes oder Präparate mit Milchsäurebakterien Linderung verschaffen. Helfen diese Massnahmen nicht ausreichend, verbessern lokal anwendbare, östrogenhaltige Präparate das Scheidenmilieu.

Die Hormontherapie ist die effektivste Methode zur Behandlung von Wechseljahrbeschwerden. Für Frauen mit Gebärmutter eignet sich eine Kombination aus Östrogen und Gestagen. Letzteres verhindert ein unkontrolliertes Wachstum der Gebärmutterschleimhaut. Frauen nach Gebärmutterentfernung werden reine Östrogenpräparate empfohlen. Da die Hormontherapie gewisse Risiken birgt, müssen die Vor- und Nachteile immer individuell beurteilt werden.

Blasenentzündungen

Von Blasenentzündungen sind neben jüngeren, sexuell aktiven Frauen auch viele Frauen nach der Menopause betroffen. Im Vergleich zu jüngeren Frauen haben ältere meist weniger starke Symptome. Sie melden sich bei der Ärztin oder dem Arzt, wenn der Urin auffällig riecht, sie häufiger zur Toilette müssen und einen verstärkten Drang verspüren beziehungsweise ungewollten Urinabgang bemerken. Ältere Patientinnen haben beim Wasserlösen oft keine Schmerzen. Bakterien im Urin müssen dann behandelt werden, wenn Fieber, Schüttelfrost oder Schmerzen in der Nierengegend auftreten und der Allgemeinzustand stark reduziert ist. Bei unkomplizierten Blasenentzündungen braucht es häufig keine Antibiotikatherapie. Eine Behandlung ist mit D-Mannose, Extrakten aus Bärentraubenblättern, Rosmarin, Liebstöckel, Tausendgüldenkraut, Ingwer, Sanddorn, Kapuzinerkresse oder mit Schüsslersalzen möglich.

Hilfe aus Ihrer Apotheke

In den Wechseljahren kann die Apotheke gezielt unterstützen:

  • Pflanzliche Präparate wie Cimicifuga lindern Hitzewallungen, Nachtschweiss und leichte Stimmungsschwankungen.
  • Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker berät Sie zu geeigneten Mitteln und Präparaten, die helfen, das Scheidenmilieu zu regulieren.
  • Spezielle pflanzliche oder homöopathische Mittel helfen bei stärkeren Stimmungsschwankungen.
  • Blasenentzündungen lassen sich mit D-Mannose oder pflanzlichen Extrakten vorbeugen und behandeln.

Ihr Apothekenteam berät Sie individuell zu passenden Mitteln und Therapien.

Foto: ©Mykhailovskyi/AdobeStock

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