Wenn der Kopf schmerzt
Kopfschmerzen sind lästig und schränken uns im Beruf und Alltag stark ein. Wie werden sie behandelt und wie kann ihnen vorgebeugt werden?
Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden, wobei das Auftreten individuell sehr unterschiedlich ist. Einige Patientinnen und Patienten sind nur wenige Male pro Jahr betroffen, andere leiden hingegen chronisch und fast täglich darunter. Kopfschmerzen äussern sich in einem unangenehmen Druck, einem Pulsieren, Ziehen oder Stechen und können ein- oder beidseitig vorkommen.
Spannungskopfschmerzen
Spannungskopfschmerzen gehören zu den häufigsten Kopfschmerzarten. Sie treten beidseitig auf und ziehen sich von der Stirne bis zur Rückseite des Kopfs. In der Regel sind die Schmerzen leicht bis mittelschwer, sodass die Tagesaufgaben einigermassen bewältigt werden können. Typische Auslöser sind Stress, Überarbeitung, Überforderung, Schlafstörungen, Muskelverspannungen und der Konsum von Genussmitteln wie Alkohol.
Migräne
Migräneanfälle können sich schon drei Tage vorher ankündigen, zum Beispiel mit Müdigkeit, Stimmungsveränderungen und Hunger. Vor der Kopfschmerzphase können Sehstörungen, Empfindungsstörungen und Sprechstörungen hinzukommen, die sogenannte Aura. Der eigentliche Kopfschmerz ist einseitig, pulsierend und um ein Auge lokalisiert. Licht, Lärm und Gerüche werden schlecht vertragen und Übelkeit und Erbrechen sind häufig. Die Anfälle sind in der Regel so schwer, dass keine Arbeiten oder Freizeitaktivitäten ausgeführt werden können.
Weitere Ursachen
Die möglichen Gründe für Kopfschmerzen sind sehr vielfältig. Infektionskrankheiten wie eine Grippe, Covid-19 oder eine Erkältung lösen sie ebenfalls sehr häufig aus. Extreme Schmerzen in einem Auge mit Augentränen, einer laufenden Nase, Schwellungen und Rötungen deuten auf Cluster-Kopfschmerzen hin.
Es muss immer berücksichtigt werden, dass auch eine schwere Krankheit wie beispielsweise eine Hirnblutung oder eine bakterielle Hirnhautentzündung zugrunde liegen kann. Deshalb muss unbedingt auf Begleitsymptome wie Lähmungen, hohes Fieber, Krämpfe, Verwirrtheit oder Sprechstörungen geachtet werden.
Schmerzmittel
Für die Behandlung von Kopfschmerzen stehen wirksame Schmerzmittel wie beispielsweise Paracetamol, Ibuprofen oder die Acetylsalicylsäure zur Verfügung. Sie sind für die Behandlung von Spannungskopfschmerzen, der Migräne und Infektionskrankheiten geeignet. Es muss darauf geachtet werden, dass Wirkstoffe und Medikamente verwendet werden, deren Effekt rasch eintritt. Es gibt nämlich auch Schmerzmittel, deren maximale Konzentration im Blut erst eine bis zwei Stunden nach der Einnahme nachgewiesen werden kann. In Ihrer Apotheke werden Sie zu diesem Thema kompetent beraten.
Für Menschen, die hin und wieder einmal an Kopfschmerzen leiden, sind diese Schmerzmittel eine gute Wahl. Bei der Kombination mit anderen Medikamenten oder bei einer Allergie ist allerdings Vorsicht geboten. Auch die unerwünschten Wirkungen sind nicht zu unterschätzen. Wirkstoffe aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) können den Magen reizen, Blutungen und Allergien auslösen und längerfristig die Organe schädigen. Deshalb sollen sie nur kurzfristig und mit Bedacht eingenommen werden. Ein Problem ist auch, dass die andauernde und längerfristige Einnahme von Schmerzmitteln für die Behandlung selbst einen Kopfschmerz auslösen kann.
Weitere Medikamente
Schmerzmittel sind nicht die einzigen Medikamente für die Behandlung von Kopfschmerzen. Eine einfache und verträgliche Variante ist das Auftragen von Pfefferminzöl auf die Schläfen. Für die Migräne stehen mit den Triptanen Arzneimittel zur Verfügung, die spezifisch in das Krankheitsgeschehen eingreifen. Mit den sogenannten Gepanten (CGRP-Rezeptor-Antagonisten) kam in den letzten Jahren eine neue und vielversprechende Arzneimittelgruppe in den Handel.
Vorbeugung
Aufgrund der möglichen unerwünschten Wirkungen der Schmerzmittel sind Massnahmen wichtig, um das Auftreten oder die Häufigkeit der Kopfschmerzen und der Migräneanfälle zu vermeiden. Versuchen Sie, Ihre eigenen Risikofaktoren anzugehen. Also beispielsweise Stress reduzieren und auf einen ausreichenden Schlaf und einen ausgeglichenen Tagesrhythmus zu achten. Für die Vorbeugung gibt es auch Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium.
Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema:
- Universitätsspital Zürich https://www.usz.ch/krankheit/kopfschmerzen/
- Schweizerische Kopfwehgesellschaft: https://www.headache.ch
- PharmaWiki https://www.pharmawiki.ch
Foto: deagreez / AdobeStock

Newsletter
Jetzt anmelden!

