Luftverschmutzung
Wie Feinstaub Herz und Gefässe schädigt
IN ZUSAMMENARBEIT MIT DER SCHWEIZERISCHEN HERZSTIFTUNG
Das Herz versorgt jede Zelle unseres Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen. Damit es diese Aufgabe zuverlässig erfüllen kann, ist ein fein abgestimmtes Zusammenspiel zwischen Herz, Blutgefässen, Lunge, Nerven- und Hormonsystem notwendig. Dieses Gleichgewicht reagiert empfindlich auf äussere Einflüsse. Umweltfaktoren wie beispielsweise Luftverschmutzung können diese Balance stören und das Herz-Kreislauf-System langfristig belasten.
Gefahr liegt in der Luft
Feinstaub gehört zu den wichtigsten Luftschadstoffen. Er entsteht hauptsächlich durch Strassenverkehr, Industrie, Heizungen und landwirtschaftliche Prozesse. Die winzigen Feinstaubpartikel können tief in die Lunge eindringen und teilweise in den Blutkreislauf gelangen. Dort lösen sie Entzündungsreaktionen aus und schädigen die Innenwände der Blutgefässe.
Diese Schäden begünstigen die Entstehung von Arteriosklerose, bei der sich Ablagerungen in den Gefässen bilden. Die Blutgefässe werden dadurch enger und weniger elastisch. Das Herz muss stärker arbeiten, um das Blut durch den Körper zu pumpen. Auf Dauer steigt der Blutdruck und damit auch die Belastung des Herzmuskels.
Neue Studien zu Feinstaub
Forschende der Harvard School of Public Health haben Daten von rund 100 Millionen Versicherten ausgewertet und diese mit Messungen der Feinstaubbelastung an den Wohnorten verglichen. Diese neuen, umfangreichen Studien belegen deutlich, dass Luftverschmutzung – insbesondere Feinstaub – das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich erhöht. Betroffen sind nicht nur ältere, sondern auch jüngere Menschen.
Feinstaubpartikel mit einer Grösse von bis zu 2,5 Mikrometern Durchmesser sind so klein, dass sie beim Einatmen bis in die feinsten Strukturen der Lunge gelangen. Hier lösen sie Entzündungsreaktionen aus und schädigen mit der Zeit die Blutgefässe sowie das Herz. Die Folgen reichen von Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen bis hin zu Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall.
Bereits mässige Feinstaubbelastung reicht aus
Insbesondere bei älteren Menschen zeigte sich, dass bereits Feinstaubkonzentrationen von 9 bis 10 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft – ein durchschnittlicher Wert in den USA – mit rund 30 Prozent mehr Spitaleinweisungen wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden waren. Das Risiko stieg deutlich an, obwohl diese Belastung unterhalb der in vielen Ländern geltenden gesetzlichen Grenzwerte liegt.
Eine zweite Studie untersuchte kurzfristige Belastungsspitzen. An Tagen mit höherer Feinstaubbelastung kam es zu mehr Spitaleinweisungen wegen Herz- und Atemwegserkrankungen sowie zu mehr Notfallkonsultationen wegen Atemproblemen. Auch hier zeigte sich ein klarer Zusammenhang: Je höher die Feinstaubwerte, desto mehr Fälle traten auf.
Jeder kann sein Risiko reduzieren
Diese Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig saubere Luft für die Herz- und Allgemeingesundheit ist. Wir können unser persönliches Krankheitsrisiko senken, indem wir zum Beispiel Aufenthalte in stark belasteten Gebieten möglichst meiden, Spaziergänge in der freien Natur bevorzugen und an Tagen mit hoher Belastung körperliche Anstrengung im Freien reduzieren. Das Lüften der Wohnung zu verkehrsarmen Zeiten ist ebenfalls empfehlenswert. Zudem leisten Luftreiniger mit HEPA-Filter in betroffenen Gebieten gute Dienste.
Neben diesen individuellen Entscheidungen sind darüber hinaus gesellschaftliche Massnahmen wichtig. Jede Reduktion der Luftverschmutzung kann dazu beitragen, Erkrankungen zu verhindern und Leben zu retten. Saubere Energie, weniger Verkehr und mehr Grünflächen helfen, die Belastung für alle zu senken. Eine Verbesserung der Umweltbedingungen ist eine Investition in die Herzgesundheit der Bevölkerung – wir alle können durch unser Verhalten einen Beitrag dazu leisten.
Foto: ©BuyOutFelix06-peopleimages.com_AdobeStock

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