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Schmerzende Gelenke

Arthrose ist die weltweit meistverbreitete Gelenkerkrankung. Besonders mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit zu. Wie entstehen die schleichend fortschreitenden Beschwerden und was kann man dagegen tun?

Arthrose ist eine Erkrankung des Knorpelgewebes. Über die Jahre sind unsere Gelenke vielen Belastungen ausgesetzt, dabei wird der Knorpel allmählich abgenutzt und bildet sich zurück. Leider regeneriert sich dieses Gewebe nicht und bleibt für immer verloren. Durch den Knorpelverlust verändern sich die umliegenden Strukturen wie Knochen und Bänder. Diese Veränderungen in einem perfekt aufeinander abgestimmten System verursachen schliesslich Schmerzen. Am häufigsten tritt Arthrose im Knie und in der Hüfte, aber auch in den Fingergelenken auf. Prinzipiell kann die Erkrankung jedes Gelenk betreffen.

Anatomie der Gelenke

Unser Skelett besteht aus etwa 200 Knochen. Diese sind durch Gelenke miteinander verbunden. An der beweglichen Verbindung sind die Enden der Knochen mit glattem Knorpel überzogen. Der Spalt zwischen den beiden Knochen ist mit Gelenkflüssigkeit gefüllt. Rund um das Gelenk befindet sich eine dichte Kapsel.
Dieses gesamte Gefüge macht unser Gelenk aus. Zusätzlich haben manche Gelenke Strukturen wie Knorpelscheiben im Knie oder Schleimbeutel in Ellbogen und Schultern. Grundsätzlich benötigen unsere Gelenke den Knorpel und die Gelenkflüssigkeit, um eine geschmeidige Bewegung möglich zu machen und um schmerzhafte Reibungen von Knochen auf Knochen zu vermeiden.

Entstehung von Arthrose

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Arthrose um eine degenerative Erkrankung der Gelenkknorpel mit Folgen für das gesamte Konstrukt. Doch warum verändert sich unser Knorpelgewebe so plötzlich? Dazu muss man wissen, dass eine Arthrose nicht von einem Tag auf den anderen entsteht, sondern ein Prozess ist, der über Jahre hinweg geschieht. Zumeist wird die Erkrankung durch eine reine Abnutzung im Alter ausgelöst. Ebenso sind Fehlstellungen und Übergewicht wichtige Faktoren, die vermehrt Druck auf unsere Gelenke ausüben. Darüber hinaus können Unfälle oder Infektionen zu einem Gelenkschaden führen.

Bei Arthroseschmerzen kann die Apotheke
eine wichtige Anlaufstelle sein.

Wie äussert sich Arthrose?

Durch die Veränderung im Gelenk kommt es zu Schmerzen. Zu Beginn ist eine Arthrose meist unauffällig und schmerzfrei. Im Laufe der Erkrankung macht sich ein oft schubweise auftretender, stechender oder brennender Schmerz bemerkbar. Oftmals sind im Anfangsstadium sogenannte «Anlaufschmerzen» ein typisches Symptom für Arthrose. Dabei sind die Schmerzen am Morgen oder wenn das Gelenk nach einer Ruhephase belastet wird am stärksten. Anschliessend klingen sie während der Bewegung allmählich ab.

Die Gelenke fühlen sich manchmal steif und schwer beweglich an. Im späteren Verlauf kommt gegebenenfalls ein Bewegungsschmerz hinzu, der nach längerer Belastung des Gelenks auftritt. Im fortgeschrittenen Stadium kann das Gelenk nur noch unter Schmerzen bewegt werden. Eventuell können dann auch Bewegungseinschränkungen und Gelenkverformungen hinzukommen. Ferner schwillt das Gelenk manchmal an und ist überwärmt. Dies deutet darauf hin, dass ein Entzündungsprozess stattfindet.

Was kann man tun?

Tägliche Bewegung ist wichtig. Vor allem Schwimmen, Aquafitness, Wandern, Walken und Pilates sind gelenkschonende Sportarten. Eine Physiotherapie, die zum Ziel hat, die Beweglichkeit zu erhöhen, kann ebenfalls Linderung bringen. Da Übergewicht ein Auslöser für Arthrose sein kann, sind Sport und Bewegung eine gute Grundlage, um überschüssige Pfunde loszuwerden. Eine richtige Ernährung kann darüber hinaus dazu beitragen, Gewicht zu reduzieren, denn auf diese Weise werden die Gelenke geschont. Bei allfälligen Fehlstellungen gilt es, diese zu korrigieren, beispielsweise mit medizinischen Schuheinlagen oder gezielten Übungen. Zudem können nach Unfällen und bei einer akuten Entzündung Bandagen hilfreich sein, um das Gelenk kurzfristig zu entlasten.

Hilfe aus der Apotheke

Bei Arthrose kann die Apotheke eine wichtige Anlaufstelle sein. Zur Schmerzbekämpfung eignen sich reine Schmerzmittel wie Paracetamol oder auch entzündungshemmende Arzneistoffe als Tabletten oder zur äusserlichen Anwendung. Bei beginnender Arthrose können Teufelskralle und Kurkuma eingesetzt werden. Sie fördern die Beweglichkeit der Gelenke und helfen auf sanfte Art gegen Schmerzen und Entzündung. Als Nahrungsergänzung eignen sich Chondroitin, Glucosamin und Hyaluronsäure, denn ihnen wird eine knorpelschützende Wirkung zugeschrieben. Viele Arthrosebetroffene empfinden Wärme als wohltuend. Hier können wärmende Gels, Pflaster, Bäder oder Heizkissen zum Einsatz kommen. Zur äusserlichen Anwendung sind ausserdem Arnika- und Wallwurzcremes ratsam.
Wird der Schmerz zu einschränkend, kann eine Spritze beim Arzt sinnvoll sein. Hierbei wird Cortison ins Gelenk gespritzt, um Schmerzen, Schwellung und Entzündung zurückzudrängen. Alternativ existieren Injektionen mit Hyaluronsäure, die ebenfalls direkt ins Gelenk gespritzt werden.

Arthritis oder Arthrose?

Im Volksmund werden diese beiden Erkrankungen oft gleichgesetzt. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede. Wie oben beschrieben, handelt es sich bei der Arthrose um eine Degeneration des Gelenkknorpels. Im Gegensatz dazu ist Arthritis eine Entzündung des Gelenks. Die beiden Erkrankungen können einzeln, aber auch gleichzeitig auftreten. Ein durch Arthrose geschädigter Knorpel kann sich entzünden und zu einer Arthritis führen. Umgekehrt kann eine Entzündung im Gelenk Schäden am Knorpel verursachen.