Was ist ein Heuschnupfen?

Kinderfrage

TEXT: URSULA BURGHERR

Immer mehr Menschen leiden unter Heuschnupfen. Du auch? Hier erfährst du, warum vor allem im Frühling/Sommer oft die Nase juckt und die Augen tränen und was du dagegen machen kannst.

Eins gleich vorweg: Heuschnupfen kommt nicht vom Heu, wie das früher angenommen wurde, sondern vom Blütenstaub der Gräser, Bäume und Sträucher. Diese sogenannten Pollen fliegen als klitzekleine, meist unsichtbare Teilchen durch die Luft, die du einatmest. Eigentlich sind sie harmlos. Aber wenn du darauf allergisch bist, entwickelt dein Körper eine starke Abwehrreaktion und spielt verrückt. Er hält die Pollen für gefährliche Angreifer, die krank machen, und kämpft gegen sie. Die Folge: Deine Nase läuft, du musst ständig niesen oder deine Augen sind rot und jucken. Durch die Flüssigkeit, die aus deinen Augen fliesst, und den Schnupfen versucht dein Körper, die vermeintlichen Angreifer wieder loszuwerden. In der Schweiz gibt es über 200 verschiedene Gräser, die in der Regel von April/Mai bis August blühen. In dieser Zeit sind die Regentage bei Menschen mit Heuschnupfen besonders willkommen. Denn der Regen wäscht die Luft sauber und man kann wieder tief durchatmen, ohne dabei Pollen aufzunehmen.

Welche Pollen fliegen wann – und was hilft?

Heuschnupfen kann nicht geheilt, aber gelindert werden. Wissenschaftlern ist es möglich, mit speziellen Geräten auch die winzigsten Pflanzenteilchen sichtbar zu machen. So können sie genau feststellen, von welcher Pflanze sie kommen. Von März bis April fliegen vor allem die Pollen der Birke, Erle und Haselnuss. Von Mai bis Juni dann diejenigen von Gräsern und Beifuss. Um herauszufinden, gegen welche Pollen du allergisch bist, musst du beim Arzt eine Untersuchung machen lassen. Meistens wird dafür etwas Blut abgenommen. Dann kannst du gezielt Medikamente gegen die Pflanzen nehmen, auf die du allergisch bist. Sie befreien dich zwar nicht ganz von deiner Allergie auf die Pollen, lindern aber den Schnupfen und machen die Nase etwas freier.

Wenn du unter Heuschnupfen leidest, solltest du dich bei hoher Pollenkonzentration möglichst wenig im Freien aufhalten und die Fenster in deinem Zimmer nur kurz aufmachen. Im Freien trägst du am besten eine Sonnenbrille. Etwas Abhilfe können deine Eltern eventuell mit einem Luftreinigungsgerät in deinem Schlafzimmer und einem Pollenfilter im Auto schaffen. Kurz nachdem es geregnet hat, kannst du wieder unbeschwert draussen spielen und dein Zimmer durchlüften.

Schon gewusst?

Man schätzt, dass zwei von zehn Menschen unter einer Pollenallergie leiden und es werden immer mehr. Warum ist das so? Fachleute haben herausgefunden, dass Kinder in der Stadt häufiger Heuschnupfen haben als Kinder vom Land. Das kann damit zusammenhängen, dass Stadthäuser und -wohnungen meist enorm sauber sind. Wenn Kinder nur ganz selten mit Bakterien oder Viren in Berührung kommen, wird ihr Abwehrsystem im Körper nicht gut genug trainiert. Deshalb verwechselt es harmlose Blütenpollen mit krankmachenden Schädlingen. Ein weiterer Grund kann der Klimawandel sein. Es wird immer wärmer. Das führt zu immer mehr Pollen in der Luft. Wenn nämlich der Winter nicht richtig kalt ist, fangen manche Pflanzen früh an zu blühen. Solange Pflanzen blühen, verbreiten sich ebenfalls die Pollen.

Foto: ©Lin/AdobeStock

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