Ruhige Verdauung

Im Bauch ist was los: Tipps für eine ruhige Verdauung

Magen- und Darmgesundheit

TEXT: DR. MED. LYDIA UNGER-HUNT

Der Bauch ist schon ein bisschen ein Sensibelchen – mal drückt er, mal bläht er, mal brennt er. Die gute Nachricht: Verdauungsbeschwerden sind zwar lästig, aber meist harmlos. Wobei sich mit kleinen Tricks das Bauchgefühl oft schnell verbessern lässt.

Verdauungsbeschwerden gehören zu den häufigsten Alltagsproblemen überhaupt. Sie sind von geradezu atemberaubender Vielfalt: Während die einen unter einem aufgeblähten Bauch oder Völlegefühl leiden, klagen andere über Sodbrennen, Verstopfung oder Durchfall. Gemeinsam ist allen Betroffenen, dass solche Symptome den Alltag erheblich beeinträchtigen können. In den meisten Fällen steckt jedoch zumindest keine schwerwiegende Erkrankung dahinter und mit einfachen Massnahmen lassen sich Verdauungsprobleme oft lindern oder ganz vermeiden.

Nervenflattern? Der Bauch merkt’s zuerst

Die Ursachen sind vielfältig, an erster Stelle steht aber sicher die Ernährung: Wer hastig, in grossen Portionen oder sehr fett- und gewürzreich isst, riskiert, dass der Darm beleidigt-grummelnd beziehungsweise der Magen sodbrennend reagiert. Weniger bekannt ist vielleicht, dass auch als gesund geltende Lebensmittel dahinterstehen können – Rohkost in grossen Mengen etwa löst gerne Blähungen aus, ebenso wie kohlensäurehaltige Getränke.

Immer häufiger treten in der Bevölkerung verschiedene Lebensmittelunverträglichkeiten auf. Dazu zählen beispielsweise Intoleranz gegenüber Milch- oder Fruchtzucker (= «Laktose» beziehungsweise «Fruktose») sowie Empfindlichkeiten gegenüber dem Weizenprotein Gluten oder Histamin; all dies manifestiert sich gerne in Form von Bauchschmerzen, Krämpfen oder Durchfall.

Wussten Sie schon?

Der menschliche Darm ist rund sieben Meter lang und dank der winzigen «Darmzotten» (Ausstülpungen der Schleimhaut, ähnlich Teppichfransen) beträgt seine innere Oberfläche ungefähr 200 bis 300 m² – etwa die Grösse eines Tennisplatzes. Kühe bringen es mit ihrem komplizierten Verdauungssystem sogar auf über 40 Meter, während niedliche Kaninchen «zweimal verdauen» (sie fressen einen Teil ihres Kots noch einmal, um alle Nährstoffe herauszuholen). Faultiere wiederum machen ihrem Namen auch in diesem Bereich alle Ehre: Sie brauchen für die Verdauung einer Mahlzeit bis zu einen Monat.

Stress und psychische Belastung sind ebenfalls bekannte Auslöser: Bei Angst und Nervosität kann unser Verdauungssystem blitzschnell mit Schmerzen oder Durchfall reagieren. Besonders Kinder reagieren sensibel auf Stress oder Veränderungen im Alltag, etwa beim Eintritt in den Kindergarten oder die Schule. Insbesondere ältere Menschen oder Schwangere sind anfällig für Verdauungsbeschwerden, da sich Stoffwechsel und Hormonhaushalt verändern oder Medikamente die Verdauung beeinträchtigen können. In allen Fällen können unregelmässige Essenszeiten die Probleme zusätzlich verstärken.

Sanfte Helfer für ein besseres Bauchgefühl

Gegen die Beschwerden sind glücklicherweise wirksame Kräuter gewachsen und auch andere natürliche Möglichkeiten sind seit Jahrhunderten bekannt: Hausmittel wie Fenchel-, Anis- oder Kümmeltee gelten als bewährte Helfer gegen Blähungen, während Wärme in Form einer Wärmflasche oder eines warmen Bads die Bauchmuskulatur entspannt. Unterstützend helfen kleine, regelmässige Mahlzeiten, bewusstes Kauen und langsames Essen.

Die Mahlzeiten sollten möglichst viel Gemüse enthalten, zusätzlich Hülsenfrüchte oder Vollkornprodukte; die darin enthaltenen Ballaststoffe fördern die Darmbewegung und helfen dabei, einer Verstopfung vorzubeugen. Aber aufgepasst: Wer sich bislang eher ballaststoffarm ernährt hat, sollte Ballaststoffe vorsichtig und schrittweise steigern (ansonsten drohen Blähungen). Ebenso entscheidend ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, am besten in Form von Wasser oder ungesüsstem Kräutertee, sowie ausreichend Bewegung, um die Darmtätigkeit auf sanfte, natürliche Weise anzuregen. In den meisten Fällen lässt sich die Verdauung so wieder ins Gleichgewicht bringen.

Achtung: Es gibt natürlich auch Situationen, in denen ärztlicher Rat unabdingbar ist. Treten Symptome beispielsweise über Wochen hinweg auf oder kommen Warnzeichen hinzu wie Blut im Stuhl, Fieber, Gewichtsverlust oder starkes Erbrechen, dann sollte unbedingt rasch die ärztliche Abklärung erfolgen.

Hilfe aus Ihrer Apotheke

Verdauungsbeschwerden haben viele Ursachen – in der Apotheke finden Sie bewährte Unterstützung, um Ihren Bauch wieder ins Gleichgewicht zu bringen:

  • Pflanzliche Präparate mit Fenchel, Anis oder Kümmel lindern Blähungen.
  • Wärmekissen oder Bauchbalsame entspannen die Muskulatur.
  • Probiotika unterstützen eine gesunde Darmflora.
  • Flohsamenschalen oder Leinsamen fördern die Verdauung.
  • Elektrolytlösungen gleichen Flüssigkeitsverluste aus.
  • Individuelle Beratung für passende Medikamente und Behandlungen.

Foto: © ipopba / AdobeStock

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