Sommer in Sicht
Ist Ihre Haus- und Reiseapotheke bereit?
TEXT: GREGORY NENNIGER, SCHWEIZERISCHER APOTHEKERVERBAND PHARMASUISSE
Die warme Jahreszeit lädt zu Ausflügen, Ferien und Aktivitäten im Freien ein. Damit kleine Unfälle, Reisebeschwerden oder sonstige unverhoffte Leiden nicht die gute Stimmung verderben, lohnt sich ein Blick in die eigene Haus- und Reiseapotheke. Was gehört hinein? Welche Regeln helfen, Medikamente sicher aufzubewahren? Und wie bleiben Sie auf Reisen gut geschützt? Wir zeigen Ihnen, worauf es ankommt – einfach erklärt, alltagstauglich und mit vielen praktischen Hinweisen.
Kleine Verletzungen, Bauchweh, eine Erkältung oder ein Insektenstich – Beschwerden treten meist dann auf, wenn man sie am wenigsten brauchen kann. Eine gut bestückte Hausapotheke hilft in solchen Situationen rasch. Wichtig ist, dass diese übersichtlich bleibt, an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahrt und regelmässig geprüft wird. Genau so verhindern Sie, dass Medikamente unbrauchbar werden oder im Notfall fehlen.
Was in jede Hausapotheke gehört
Eine Grundausstattung umfasst Medikamente gegen Schmerzen und Fieber, Mittel gegen Schnupfen oder Husten sowie Präparate für den Magen-Darm-Trakt. Dazu kommen Produkte bei kleineren Verletzungen oder gegen Insektenstiche, Desinfektionsmittel, Wundsalben und einfache Hilfsmittel wie Fieberthermometer, Pflaster, sterile Kompressen und Verbandsmaterial. Je nach Haushalt gehören auch kindgerechte Medikamente dazu – in der richtigen Dosierung und idealerweise beschriftet mit dem Namen des Kindes.
Auch private Aspekte spielen eine Rolle: Gibt es Allergien in der Familie? Werden regelmässig Medikamente eingenommen? Gibt es Kleinkinder im Haus? Der Inhalt soll zu den Bedürfnissen Ihres Haushalts passen.
Die 8 goldenen Regeln für Ihre Hausapotheke
- Kühl und trocken lagern
Medikamente gehören nicht ins Badezimmer. Wärme und Feuchtigkeit schaden ihnen. Zur Aufbewahrung ist nur ein kühler und trockener Raum (z. B. Elternschlafzimmer, Arbeitszimmer, Flur) geeignet. - Für Kinder unerreichbar aufbewahren
Am besten in einem abschliessbaren Schrank ausser Reichweite. - Alles in der Originalpackung lassen
So vermeiden Sie Verwechslungen und erhalten wichtige Hinweise aus dem Beipackzettel. - Keine Reste unüberlegt weiterverwenden
Übrig gebliebene Medikamente nur nach Rücksprache mit der Apothekerin oder dem Arzt nutzen. - Regelmässig überprüfen
Abgelaufene Medikamente, beschädigte Tuben oder Produkte ohne Verpackung entsorgen. - Aufgebrauchtes sofort ersetzen
Damit im Notfall alles komplett und griffbereit ist, sollten aufgebrauchte Medikamente umgehend ersetzt werden. - Alte Medikamente richtig entsorgen
In die Apotheke oder Arztpraxis zurückbringen – niemals in den Abfall oder ins WC. - Einmal pro Jahr kontrollieren lassen
Die jährliche Kontrolle der Haus-, Reise- und Autoapotheke ist eine Dienstleistung der Apotheken.
Die Reise ruft: Warum die Reiseapotheke mit muss
Sobald die Tage länger werden, zieht es viele nach draussen oder in die Ferien. Unterwegs ist die Selbstversorgung oft schwieriger – und je nach Reiseziel können Hygiene, medizinische Versorgung oder Klima ganz anders sein als zuhause. Eine Reiseapotheke schützt Sie vor unangenehmen Überraschungen und ermöglicht rasches Handeln bei kleinen Beschwerden.
Zu den wichtigsten Reisebegleitern gehören Mittel gegen Durchfall, Elektrolytlösungen, Schmerzmittel, fiebersenkende Mittel, Sonnenschutz, Insektenschutz, antiallergische Mittel sowie persönliche Medikamente in ausreichender Menge. Auch ein kleines Set mit Pflastern, Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel und Pinzette gehört in jedes Reisegepäck.
Reisen in ferne Länder: Gut geschützt unterwegs
In Regionen mit erhöhtem Infektionsrisiko (z. B. für Reisedurchfall oder Mückenkrankheiten) lohnt sich eine besonders sorgfältig zusammengestellte Reiseapotheke. Dazu gehören etwa Insektenschutzmittel, geeignete Sonnenschutzmittel oder eventuelle Malariamedikamente. Zudem sind eine gute Händehygiene sowie Vorsicht beim Essen und Trinken unerlässlich. Der alte Grundsatz «peel it, cook it or forget it» – also schälen, kochen oder darauf verzichten – ist nach wie vor gültig. Aber auch die für Bars typischen offenen Schälchen mit Pommes Chips oder Erdnüsschen sowie Eiswürfel in Getränken und Cocktails sind eine nicht zu unterschätzende Gefahr.
Ob nah oder fern – hier sind weitere hilfreiche Tipps, damit auch Ihre nächste Reise positiv in Erinnerung bleibt:
Reise frühzeitig planen und Impfstatus vor jeder Reise prüfen
Impfungen am besten 4 bis 8 Wochen vor Abreise durchführen lassen. Für spontane Reisen gibt es
beschleunigte Impfschemata. Ausserdem gut zu wissen: Einige Impfungen schützen nicht lebenslang – Ihre Apotheke hilft Ihnen gerne bei der Kontrolle.
Thrombosen vorbeugen
Auf langen Reisen (über 5 Stunden) lockere Kleidung tragen, regelmässig bewegen und genügend Wasser
trinken. Bei erhöhtem Risiko: Kompressionsstrümpfe oder ärztlich verordnete Blutverdünner einsetzen.
Ohren auf Flugreisen entlasten
Bei Erkältung ca. 30 Minuten vor Start und Landung ein abschwellendes Nasenspray
verwenden. Schlucken, Gähnen oder Kaugummikauen unterstützen den Druckausgleich.
Händehygiene ernst nehmen
Vor jeder Mahlzeit gründlich Hände waschen – der wichtigste Schutz vor Infektionen.
Nur sicheres Trinkwasser verwenden
Wasser ausschliesslich aus versiegelten Flaschen trinken oder vorher abkochen, filtern oder desinfizieren. Auf Eiswürfel, Fruchtsäfte und unpasteurisierte Milch verzichten.
Sonnen- und Insektenschutz richtig anwenden
Sonnencreme im Hotel auftragen. Insektenschutz immer erst 30 Minuten nach der Sonnencreme benutzen.
Kontakt mit Tieren vermeiden
Streunende Tiere nicht anfassen – Tollwutgefahr!
Wunden sofort versorgen
Auch kleine Verletzungen in warmen Ländern desinfizieren und abdecken, um Infektionen zu verhindern.
Wer regelmässig Medikamente einnimmt, sollte beachten: Viele Präparate gehören ins Handgepäck, damit sie immer griffbereit sind. Besonders wichtig ist es zudem, Verfalldaten zu prüfen und Rezepte oder gar eine ärztliche Bescheinigung für die Einfuhr bestimmter Medikamente (z.B. für Betäubungsmittel) mitzunehmen, falls ein Medikament nachgekauft werden muss oder bei der Zieldestination besondere Vorschriften gelten.
Wie Ihre Apotheke Sie unterstützen kann
Die regelmässige Kontrolle der Haus- und Reiseapotheke ist eine ideale Gelegenheit, sich beraten zu lassen. Ihre Apothekerin oder Ihr Apotheker hilft beim Prüfen der Bestände, beim Ergänzen fehlender Artikel und bei Fragen zur sicheren Anwendung. Das Fachpersonal erkennt mögliche Wechselwirkungen, gibt Hinweise zur korrekten Dosierung und unterstützt dabei, Medikamente passend zu den Bedürfnissen der ganzen Familie auszuwählen. Ebenfalls sinnvoll: Lassen Sie Medikamente mit Etiketten versehen, auf denen steht, wofür und für wen das Präparat gedacht ist. Das verhindert Verwechslungen und erleichtert die Anwendung im Notfall.
Schon gewusst? Mit dem Apothekenfinder finden Sie ganz einfach Ihre nächste Apotheke. Bei der Suche können Sie die von Ihnen gewünschte Dienstleistung im Suchfeld eingeben, z.B. «Reisen und Impfschutz»: https://ihre-apotheke.ch/de
Foto: ©Davizro Photography/AdobeStock

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