Kinderfrage; warum Schlaf wichtig ist

Warum ist Schlafen so wichtig?

Kinderfrage

TEXT: URSULA BURGHERR

Kennst du das? Gerade abends, wenn Schlafenszeit ist, würdest du noch so viele Dinge lieber tun, als einfach ins Bett zu gehen. Warum Schlaf für dich so enorm wichtig ist, erfährst du hier.

Alle Menschen verbringen ungefähr einen Drittel ihres Lebens im Schlaf. Ein Kind sogar noch mehr. Wenn du meinst, das sei langweilig, liegst du falsch. Im Schlaf passiert nämlich eine ganze Menge – und zwar ohne dass du es merkst. Zum Beispiel in deinem Gehirn: Tagsüber ist es ständig in Action und nimmt alles auf, was du siehst, hörst, erlebst und lernst. Diese unzähligen Informationen und Eindrücke werden vorerst in eine Art Gedächtnis-Zwischenspeicher gepackt, den sogenannten Hippocampus. In der Nacht ordnet dein Gehirn dann alles und sortiert die unwichtigen Dinge heraus. Wichtiges, zum Beispiel was du für die Schule wissen musst, speichert es im Langzeitgedächtnis ab. So kannst du dich auch am nächsten Tag daran erinnern. Schlaf macht dich also schlau!

Während du schläfst, passiert aber noch viel mehr: Im Tiefschlaf produziert dein Körper besonders viel des Wachstumshormons Somatotropin. Es sorgt dafür, dass deine Glieder und Organe jede Nacht ein klitzekleines Bisschen wachsen und du gross und stark wirst. Schlafen stärkt auch deine Abwehrkräfte. Denn dein Immunsystem kann in dieser Zeit besonders gut schädliche Bakterien und Viren bekämpfen. Du siehst also, es ist nicht so, dass du im Schlaf nichts machst. Dein Körper arbeitet jede Nacht auf Hochtouren.

Wann genau was passiert, hängt von der jeweiligen Schlafphase ab. Wenn du die Augen zumachst, beginnt die Einschlafphase. Der Körper kommt zur Ruhe und die Muskeln entspannen sich. Danach folgt der leichte Schlaf, in dem du noch von leisen Geräuschen geweckt werden könntest. Im anschliessenden Tiefschlaf nimmst du das nicht mehr wahr. Dein Atem geht ruhig und regelmässig, das Herz schlägt langsamer und deine Körpertemperatur sinkt. In dieser Phase erholst du dich besonders gut, damit du für den nächsten Tag gerüstet bist. Auf den Tiefschlaf folgt die sogenannte REM-Phase (Abkürzung für Rapid Eye Movement = schnelle Augenbewegung). Deine Augen zucken unter den Lidern wild hin und her. Das merkst du aber nicht. Während dein Körper total entspannt ist, dreht jetzt dein Gehirn voll auf und die wichtigen Ereignisse des Tages werden verarbeitet. Die REM-Phase ist auch der Teil der Nacht, in der du träumst.

Weshalb wir träumen, können Forscherinnen und Forscher nicht mit Sicherheit sagen. Sie vermuten, dass das Gehirn in Träumen das verarbeitet, was uns im Wachzustand beschäftigt. Dabei sortiert es Gefühle und Erlebnisse und verknüpft diese mit bereits «abgespeicherten» Erfahrungen. Im Durchschnitt träumen wir vier- bis sechsmal pro Nacht. Wir erinnern uns aber meistens nicht daran. Gemäss Forschung soll das ein Schutzmechanismus sein, der uns hilft, Traum und Wirklichkeit getrennt zu halten.

Schlaf gut!

Wenn du Mühe mit Einschlafen hast, hier noch ein paar Tipps: Abends nichts essen, das schwer im Magen liegt; keine aufregenden Filme schauen oder das blinkende Handy auf den Nachttisch legen; für warme Füsse und frische Luft im Schlafzimmer sorgen. So bist du am Morgen ausgeschlafen und wieder richtig fit, wenn der Wecker klingelt.

Illustration: © Mimizuzuhaha / Adobe Stock

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